FeedGering (Ulrich)
ErdkundeBrockhaus 1882

Gering (Ulrich), Buchdrucker, geb. in der Diöcese Konstanz, wahrscheinlich im Kanton Luzern, wurde 1469 nebst Martin Crantz und Michel Friburger durch seinen Landsmann Johann von Stein, Auchenzn der Sorbonne, nach Paris berufen, um Bücher zu drucken, da Frankreich zu dieser Zeit noch keine Buchdrucker besaß. G. und seine Genossen etablierten sich in der Sorbonne, ihr erstes Werk war 1470 Gasparini Pergamensis (Kaspars von Bergamo) Epistolarum opus in Antiqua; ihre erste Bibel druckten sie zwischen 1475 und 1476. Nachdem Johann von Stein sich in die Kartause nach Basel Gorbohmen hatte, verließen die Drucker 1473 die Sorbonne und mieteten das Haus Zur goldenen Sonne, hier druckten sie aber nicht mehr mit Antiqua, sondern mit der damals gangbaren halbgotischen Type. I. ihnen der König das franz. Staatsbürgerrecht verliehen hatte, verließen Crantz und Friburger 1477 Paris, G. aber blieb und druckte anfangs allein, von w1483 an, wo er in die Straße der Sorbonne übersiedelte, mit Berthold Remboldt von Straßburg. Als er 23. Aug. 1510 starb, verteilte er sein Vermögen unter die Kollegien der Sorbonne und Montaigu. Von einem Teile dieser Erbschaft errichtete die Sorbonne zwei Lehrstühle, einen für das Alte, den zweiten für das Neue Testament.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 836Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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