Graujon (Robert), berühmter Stempelschneider und Schriftgießer, war der Sohn eines pariser Buchdruckers und Buchhändlers und druckte 1551 die Übersetzung der «Satireno des Horaz von Frangois Habert; später begab er sich nach Lyon, wo er 15⁵⁸ n enN Gaultiers Alexandreiso druckte und Punzen zu Musiknoten schnitt. Er dürfte wohl auch die Punzen der Schreibschrift geschnitten haben, mit welcher Nikolaus G. 1556 das Werk La civilité puérile et honnêtes druckte, wovon die Schrift den Namen der Civilité erhielt. Später ging G. nach Italien, wo er anfangs zu Rom für Dominic Basa arbeitete. Der Kardinal Ferdinand de Medicis ließ von ihm die berühmten mediceischen arab. Schriften schneiden. Auch Papst Gregor XIII. beschäftigte den Künstler, verbot aber die Ausfuhr seiner Typen. Das erste mit G.s arab. Type gedruckte Werk soll ein arab. Alphabet 1592 gewesen sein, doch erschienen schon 1591 die vier Evangelien in zwei Ausgaben, von denen die eine nur arabisch war, die andere den arab. Text mit lat. Interlinearübersetzung enthält (letztere wurde 1619 wieder aufgelegt); 1593 erfolgte der Druck der Schriften des Avicenna. G. gravierte auch eine syr.⸗chaldäische Schrift, welche 1589 beendigt wurde; er kehrte später nach Paris zurück und verbesserte hier die griech. Schrift. — Ein Philipp G. schnitt zu Anfang des 18. Jahrh. die auf Befehl Ludwigs XIV. für die königl. Druckerei hergestellten Typen, die keine andere Druckerei nachahmen durfte.