Guayaquil oder Santiago de Guayaquil, ehemals Culenta, die zweite Stadt und der Haupthafen der südamerik. Republik Ecuador, Provinz Guayas, Bischofssitz (seit 1837), liegt 265 km im SW. von Quito, etwa 160 Km vom Golf von Guayaquil und am linken Ufer des Flusses Guayaquil, nahe unterhalb der Mündung des Rio Daule, in einer niedrigen Ebene. Der großenteils regelmäßig gebaute Ort, von 5 Bächen (mit 13 Holzbrücken) durchflossen, zerfällt in die enge Altstadt im Norden, meist von der ärmern Volksklasse bewohnt, und die ausgedehnte Neustadt im Süden. Die meisten Häuser sind von Holz oder Bambus, zweistöckig, aber geräumig gebaut. Durch alle Straßen laufen Kolonnaden, über denen die erste Etage steht. Die Stadt hat 1 Arsenal, über 60 Brunnen, außer der Kathedrale 5 Kirchen, 1 Pantheon mit einer Kuppel, 2 Colleges, 2 Hospitäler, 2 Marktplätze. Der Quai ist die Hauptstraße, Malecon genannt, 3 km lang. Von Paguachi, am rechten Ufer des Astuars, führt seit 1880 eine Eisenbahn zum Rio Chimbo oder Caracol, von wo der Weg zur Höhe hinaufsteigt. G. wurde erst 1693 an seiner jetzigen Stelle erbaut, nachdem die in der Nähe gelegene ältere Stadt (1533 durch Pizarro gegründet) abgebrannt war. Die 20000 C. sind großenteils Mulatten, Mestizen und Indianer. Den Haupterwerb gewährt der Handel, dessen bedeutendere Geschäfte jedoch fast alle von fremden, besonders span., nordamerik., engl. und deutschen Handelshäusern gemacht werden. Große Handelsschiffe können bis an die Stadt kommen und finden sichere Ankerplätze im Flusse. Die unterhalb der Stadt gelegenen Schiffswerften, genannt Astillero, gelten als das vorzüglichste Etablissement dieser Art an der Westküste Südamerikas und liefern Schiffe von ausgezeichneter Konstruktion. Der Hafen ist einer der besten an der ganzen südamerik. Westküste, aber ohne hinreichende Verteidigung. G. ist nicht nur der Stapelplatz für die Ausfuhrprodukte von Ecuador, sondern auch für einen Teil von Peru, welches durch Küstenfahrer mit ihm in vielfacher Verbindung steht. Mehrere Dampfbootlinien unterhalten den regelmäßigen Verkehr mit Panama und den Haupthäfen der Westküste Südamerikas, sowie durch die Magalhaensstraße mit Europa. Im Hafen liefen 1882 ein 212 Fahrzeuge (darunter 112 Dampfer) von 125924t, und 210 Schiffe (darunter 112 Dampfer) von 125 082 t aus; der Wert der Ausfuhr betrug 21879 172 Mark, wovon über die Hälfte auf den Kakao kamen. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VIII. „Guayas, Küstenprovinz der Republik Ecuador in Südamerika, auf dem Westabhange der Cordillere von Quito und um den Busen von Guayaquil gelagert, zwis 2· den Provinzen Manabi, Pi2. 0 Rios im N., Chimborazo und Azuay im O., Loja und der peruan. Provinz Piura im S. Auf den 29795 qkm wohnten (1878) 94442 Menschen. Die sehr heiße, ackerbauende Provinz winnt den besten Kakao, und zwar in großer Fülle, auch Tabak, Rum u. s. w. Das wichtigste Industrieobjekt sind die sog. Panama-Strohhüte. Hauptstadt ist Guayaquil (s. d.).