FeedCaussin
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Caussin de Perceval (Jean Jacques Antoine), franz. Orientalist, geb. zu Montdidier 24. Juni 1759, widmete sich schon srüh in Paris den orient. Studien, und folgte 1782 seinem Lehrer Deshauterayes als Professor des Arabischen am Collége de Letothe Er wurde 1787 Nachfolger seines Oheimzy ejot als Konservator der Manuskripte an der königl. Bibliothek, verlor aber nach dem Sturze des Königs 1792 dieses Amt. Seit 1809 war er Mitglied der dritten Klasse des Instituts; die Restauration behielt ihn 1816 bei der Reorganisierung der Akademien bei, und er wurde 4 der Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften. Während 53 Jahren blieb er Professor am Collége de France bis an seinen Tod, 20. Juli w1835. Von seinen zahlreichen Schriften sind hervorzuheben die Übersetzungen des Howairis unter dem Titel 4Histoire de la Sicile sous la domination des Musulmanso GPar. 1802) und die astron. Tafeln des El-Yunis (Par. 1810), eines Teils der Tausendundeine Nacht; ferner die Textausgaben der fünfzig Makamen des Hariri (1818), der Fabeln des Lokman (1818), der sieben Moallagat, der drei ersten Kapitel des Koran, mehrere Mémoires in der Sammlung der Académie des Inscriptions et belles lettres. Auch übersetzte er zuerst die «Argonautica des Apollonius von Rhodus ins Französische (Par. 1796). Sein Sohn Armand Vbter geb. 13. Jan. 1795, trat früh in die Fußstapfen seines Vaters; 19 J. alt, wurde er als Interpretenzögling nach Konstantinopel gesandt, von wo aus er Syrien bereiste; ein Jahr lang blieb er bei den Maroniten des Libanon, und wurde dann Dragoman beim Onrer Konsulat in Aleppo. Durch achtjährigen ufenthalt im Orient mit der arab. Umgangssprache vertraut, erhielt er bei seiner Rückkehr nach Europa 1822 zuerst die Professur des Vulgärarabischen an der Spezialschule der lebenden orient. prachen, die er ein halbes Jahrhundert inne hatte; sodann folgte er seinem Vater als Suppleant und als Titular am Colléege de France (1833). Er hatte aus dem Türkischen des Wassif-Effendi die Geschichte des Russisch-Türkischen Kriegs von 1766 bis 1774 bearbeitet (1822), ferner die Geschichte der Vernichtung der Janitscharen durch Mahmud II. übersetzt (1833), eine vulgär-arab. Grammatik verfaßt (1824 und 1833), das franz.⸗arab. Wörterbuch Elius Bocthors neu herausgegeben (1848), als er mit einem wahrhaft wissenschaftlichen Werke hervortrat, seinen Essais sur Phistoire des Arabes avant I'Islamisme, pendant l'époque de Mahomet et jusqu'n la réduction de toutes les tribes sur Ia loi musulmane „ (3 Bde., 1847), welches Werk ihm 1849 die Thüren des Instituts öffnete. In den letzten Jahren durch Krankheit in seiner Echr thätigkeit gehemmt, starb er während der Belage⸗ — zu Paris, 15. Jan. 1871. austica (lat.), Atzmittel. Oaustioum Landolphi, Atpasta aus Chlorzink, Chlorantimon und Chlorbrom; ihre Anwendung ist sehr schmerzhaft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 84Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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