Gundioch, König der in der Sabaudia angesiedelten Burgunder, entstammte dem westgot. Königsgeschlecht der Balten und war von den Burgundern wahrscheinlich wegen seiner mütterlichen Verwandtschaft mit dem 437 gefallenen Gundikar erwählt worden. In Gemeinschaft mit seinem Bruder Hilperich regierend, welcher zu Genf saß, breitete er nach der Schlacht auf den Catalaunischen Feldern 451 seine Herrschaft immer weiter aus, im Bunde mit den Westgoten, aber auch mit dem in Italien die Kaiser schaffenden und beseitigenden Patricius Ricimer, dessen Schwester er heiratete. So ward G. der Begründer des burgund. Reichs im Gebiet des Rhöne und südlich bis zur Durance, das nach seinem Tode 473 — Hilperich war kinderlos wohl schon früher gestorben — auf seine Söhne Gundobad, Godegisel, Hilperich und Godomar überging. Vgl. Binding, Das burgundisch-romanische Königreiche (Bd. 1, Lpz. 1868).