Godegisel, der zweite Sohn des Königs Gundioch von Burgund, erhielt nach seines Vaters Tode, 473, das Gebiet der spätern Franche-Comté und der franz. Schweiz. Seinen Sitz hatte er in Lausanne. Auf seinen ältern Bruder Gundobad s. d.) eifersüchtig, knüpfte er insgeheim mit dem Frankenkönig Chlodwig eine Verbindung, als dieser sich zum Kriege gegen die Burgunder rüstete, und verschaffte durch offenen Abfall von seinem Bruder den Franken den entscheidenden Sieg bei Dijon 500. Doch konnte er den so gewonnenen Thron nicht gegen seinen Bruder behaupten, welcher nach Chlodwigs Entfernung G. in Vienne einschloß und nach Erstürmung der Stadt tötete. Oodegisel, der erste bekannte König der Vandalen. Derselbe führte die Vandalen 406 angeblich auf Anregung seines Stammgenossen, des weström. Reichsverwesers Stilicho, aus ihren Wohnsitzen in Pannonien gen Westen, wurde aber am Rhein von den Franken angegriffen und nebst 20000 der Seinigen erschlagen, worauf Gunderich den Oberbefehl übernahm und mit Hilfe der Alanen und Sueven den Eintritt in Gallien erzwang.