Gundobad (gewöhnlich irrig Gundebald genannt), der ausgezeichnetste König des burgund. Reichs. In röm. Dienste wurde er 472 Patricius und erhob Olybrius zum Kaiser. Dann folgte er 473 seinem Vater Gundioch als König, anfangs die Herrschaft mit seinen Brüdern Godegisel, Chilperich und Godomar I. teilend. Da sie aber Arianer waren, neigten die roman. Unterthanen zu dem seit 496 kath. Frankenkönige Chlodwig (s. d.). Der Angriff Chlodwigs 500 war siegreich durch den Verrat von G.s Bruder Godegisel, aber G. gewann sein Reich wieder, beseitigte den Bruder — die übrigen waren schon früher gestorben —, schloß mit Chlodwig Frieden und suchte seinem Staate in der Mitte stärkerer Reiche dadurch Halt zu geben, daß er sich politisch an Chlodwig anschloß, mit ihm die Westgoten bekriegte und die kath. Kirche förderte. Er ließ seine Kinder Sigmund und Godomar II. katholisch erziehen und suchte ein besseres Verhältnis zwischen Burgunden und Romanen herbeizusühren. Das in diesem Sinne abgefaßte Gesetzbuch, Lex Gundobada, Loi Gombette genannt, hat noch jahrhundertelang Geltung gehabt. G. starb 516.