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GeschichteBrockhaus 1882

Günderode, ein adeliges, gegenwärtig in Frankfurt a. M., Hessen und Sachsen-Weimar blühendes Geschlecht, das 1610 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde und in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. sich in zwei Hauptlinien teilte. Die jüngere Hauptlinie ist mit dem Freiherrn Ludwig Franz Justinian von G., geb. 18. März 1763, gest. 3. Sept. 1844 als fürstl. nassau-saarbrückener Hofmarschall und Senior der ständigen Bürgerrepräsentation zu Frankfurt a. M. im Mannsstamm erloschen. Die ältere Hauptlinie dagegen teilte sich durch die beiden Enkel ihres Stifters, die Freiherren Joh. Max und Justinian, wiederum in zwei noch bestehende Speziallinien. Der ältern Speziallinie gehört an Freiherr Hektor Wilhelm von G. (geb. 10. Juli 1755, gest. 17. Mai 1786 als bad. Kämmerer und Regierungsrat), schrieb als 16jähriger Knabe Versuche in Idylleno, welche Böckmann in Karlsruhe 1772 herausgab. Er war der Vater des Freiherrn Hektor von G., genannt Kellner, geb. 25. April 1786, gest. 20. März 1862, der sich als Schöffe und Senator, sowie als Alterer Bürgermeister für das J. 1861 um seine Vaterstadt Frankfurt verdient gemacht hat. Gegenwärtiges Haupt dieser Linie ist Freiherr Karl Wilhelm Hektor von G., genannt von Kellner, geb. 23. März 1830.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 626Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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