Günderode (Karoline von), deutsche romantische Dichterin, Schwester des Freiherrn Hektor von G., geb. 11. Febr. 1780 zu Karlsruhe, lebte als Stiftsdame in den Rheingegenden, meist zu Frankfurt a. M. Ihre phantasiereiche, zu Schwärmerei geneigte Gemütsanlage wurde zu düsterer Verstimmung, als der berühmte Altertumsforscher Creuzer ein mit ihr angeknüpftes Liebesverhältnis löste. Diese harte Erfahrung brachte sie dahin, daß sie 26. Juli 1806 ihrem Leben durch Erdolchung ein Ende machte. Unter dem Namen Tian hatte sie «Gedichte und Phantasien v (Frankf. 1804) und „Poetische Fragmentev (Frankf. 1805) erscheinen lassen, Ausflüsse eines tiefen und schwungreichen, aber nicht zur Klarheit hindurchgedrungenen Gemüts. Ihr Andenken erneuerte die ihr im Leben nahestehende Bettina von Arnim durch das Buch „Die Günderode v (2 Bde., Grünb. 1840), welches auf echten Büchern und Tagebüchern der G. beruhen mag, aber so viele Zusätze der Verfasserin enthält, daß es als ein treues Charakterbild nicht angesehen werden kann. Eine Sammlung ihrer Gedichte hat Götz (Mannh. 1857) veranstaltet.