FeedGurlt (Ernst Friedr.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Gurlt (Ernst Friedr.), ausgezeichneter Forscher auf dem Gebiete der Tierarzneikunde, geb. 13. Okt. 1794 zu Drentkau bei Grünberg in Schlesien, studierte in Breslau Medizin und erhielt daselbst 1819 die on al⸗ Doktorwürde. Nach erlangter Approbation als praktischer Arzt und Operateur wurde er als Repetitor bei der Tierarzneischule in Berlin angestellt, 1827 zum Professor an derselben und 1849 zum technischen Direktor der Anstalt ernannt. Im J. 1850 erhielt er den Charakter als Geh. Medizinalrat. Seit 1870 lebte G. im Ruhestand zu Berlin, wo er 13. Aug. 1882 starb. Seine Vorträge erstreckten sich über Anatomie, pathologische Anatomie, Physiologie, Zoologie und Botanik; auch leitete er die praktisch-zootomischen übungen. G.s wissenschaftliche Bestrebungen waren vor allem auf Förderung der Veterinär-Anatomie, der Entwickelungsgeschichte und der iu beio Anatomie gerichtet. Unter seinen Schriften ist besonders hervorzuheben: „Handbuch der ver-Beut 1827 Anatomie der Haussäugetierey (2 Bde., erl. 1822; 5. Aufl. von Leisering und Müller, 1875, letztere mit Atlas). Hieran schließen sich: „Anatom. Abbildungen der Haussäugetiere » (150 Tafeln, 2. Aufl., Berl. 1843—44; Supplement 25 Tafeln), «Lehrbuch der pathol. Anatomie der Haussäugetierer (2 Bde., Berl. 1831—32; 35 Tafeln Nachträge 1849), Lehrbuch der vergleichenden Physiologie der Haussäugetierev (Berl. 1837; 3. Aufl. 1865). In Verbindung mit Hertwig gab G. das »Magazin für die gesamte Tierheilkundes (Berl. 1835—74) heraus. Endlich veröffentlichte er noch «über tierische Mißgeburten. Ein Beitrag zur pathol. Anatomie und Entwickelungsgeschichtes (mit 20 Tafeln Abbildungen, Berl. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 633Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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