Gurlt (Ernst Julius), verdienter Anatom und Chirurg, Sohn des vorigen, geb. 13. Sept. 1825 zu Berlin, erwarb sich daselbst nach Beendigung seiner akademischen Studien 1848 die mediz. Doktorwürde, habilitierte sich 1853 als Privatdocent an der Universität seiner Vaterstadt und wirkt seit 1862 als außerord. Professor der Chirurgie daselbst. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: „Beiträge zur vergleichenden pathol. Anatomie der Gelenkkrankheiten (Berl. 1853), cüber einige durch Erkrankung der Gelenkverbindungen verursachte Mißstaltungen des menschlichen Beckens (Berl. 1854, Fol.), cliber die Cystengeschwülste des Halseso (Berl. 1855), «cküber den Transport Schwerverwundeter und Kranker im Krieged (Berl. 1859), „(Handbuch der Lehre von den Knochenbrüchen» (Bd. 1, Berl. 1862; Bd. 2, Lfg. 1, 2), Leitfaden für Operationsübungen am Kadavero (Berl. 1862; 5. Aufl. 1881), Militärchirurgische Fragmenter (Berl. 1864), «Abbildungen zur Krankenpflege im Felder (Berl. 1868, 16 Tafeln Fol. und Text), (Zur Geschichte der internationalen und freiwilligen Krankenpflege im Felder (Lpz. 1873), «Die Kriegschirurgie der letzten 150 Jahre in Preußen (Berl. 1875), Die Gelenk-Resektionen nach Schußverletzungen, ihre Geschichte, Statistik und Endresultater (Berl. 1879). Seit 1860 ist G. Mitbegründer und Mitredacteur von Langenbecks «Archiv für klinische Chirurgiev; 1867—72 war er Mitredacteur des Virchow-Hirschschen Jahresberichts über die Leistungen und Fortschritte in der gesamten Medizinv; seit 1867 ist er Redacteur der Zeitschrift Kriegerheils, Organ der deutschen Vereine zur Pflege der im Felde verwundeten und erkrankten Krieger. Außerdem hat G. eine große Anzahl wertvoller statist. und chirurgischer Abhandlungen in den angesehensten mediz. und chirurgischen Journalen und Sammelwerken, insbesondere in Eulenburgs Realencyklopädie der gesamten Heilkundes (Wien 1880 —85) veröffentlicht.