Gut (philosophisch) bedeutet einerseits alles, was zur Befriedigung eines Bedürfnisses oder Wunsches und zur Erreichung eines Zwecks dient; substantivisch gebraucht ist ein G. jeder Gegenstand oder jedes Verhältnis, wodurch in irgendeiner Weise Willensbefriedigung und Glückseligkeit herbeigeführt werden. Andererseits aber bezeichnen wir mit dem Worte G. den Gegenstand des sittlichen Beifalls, die Handlungen, Verhältnisse, Eigenschaften und Personen, welche vom Standpunkte der moralischen Beurteilung aus gebilligt werden. Durch diesen Doppelgebrauch des Wortes (der auch das griech. ν½αννs, das lat. bonum trifft) ist es gekommen, daß diejenige Wissenschaft, welche sich mit der Idee des G. im sittlichen Sinne beschäftigen soll, die Ethik (s. d.), meist auch den andern Gesichtspunkt im Auge behielt, neben ihrer Pflichtenlehre auch eine Güterlehre aufstellen zu sollen meinte, und endlich in dem Begriffe des «höchsten G.y (finis bonorum) als der Identität von Tugend und Glückseligkeit eine Verschmelzung beider Bedeutungen herbeizuführen suchte, welche jedoch stets, bei Kant wie bei Sokrates und seinen Nachfolgern, zu einer eudämonistischen Färbung der Moral führen mußte. (S. Iee eeinet