FeedGythion
ErdkundeBrockhaus 1882

Gythion (grch. Gytheion) war eine uralte Gründung phönizischer Purpurfischer, dann aber eine achäische Seestadt am nordwestl. Gestade des Lakonischen Golfs, südwestlich von der Mündung des Eurotas. Ihre Bedeutung erhielt sie durch die Hafenbucht, die durch das Vorgebirge und die Injeln von Trinasas, und auf füdl. Seite durch die Insel Kranaä und das heutige Kap Maurobuni gedeckt wurde. Die Stadt war Haupthafen des Eurotasgebietes und in spartiatischer Zeit bis auf den Tyrann Nabis Werft und Kriegshafen von Sparta; nach 195 v. Chr. in röm. Zeit Centralplatz der von Sparta getrennten Eleutherolakonen und speziell wichtig als Ausfuhrhafen der benachbarten Porphyrbrüche und der Ergebnisse der Purpurfischerei des Golfs; G. (jetzt die Wüstung Paläopoliso) hat erhebliche röm. Ruinen, namentlich auch von Hafendämmen, zurückgelassen. An seine Stelle ist im 19. Jahrh. das nur 600 Schritt südwärts entfernte Marothonisi getreten. Vgl. G. Weber, De Gytheon (Heidelb. 1833). Guyula (spr. Dijülo, ungar. Form für „Juliuso) ö .— in Ungarn mehrere Ortschaften und Pußten ((Meiereien) im Veßprimer, Ugocsaer, Bekeser, Klausenburger Komitat. Der bedeutendste dieser Orte ist Békés-Gyula, ein hübscher Marktflecken und Vorort des Béleser Komitats, an der Weißen Körös und an der Linie Großwardein-Essegg der Al-Fiumaner Eisenbahn, zählt (1880) 18046 E., Magyaren, Deutsche und Rumänen, und hat vier kath., reform., luth. und griech.⸗orient.) Pfarrkirschen, ein schönes Herrschaftshaus mit Garten des freiherrl. Geschlechts Harrukern, jetzt der Freiherren von Wenckheim, und ist Sitz der Komitatsbehörde, auch eines königl. Gerichtshofs. Das Gebiet der Stadt beträgt fast 200 ahm und hat zahlreiche Pußten, von denen einige (wie Benedek, Pöstelek, Gerla, Eperjes und Kis-Pit) ziemlich bevölkert sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 670Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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