Gyunlai (spr. Djüloi), Grafen von Maros-Nemeth und Nadaska, altadeliges, in Osterreich und Siebenbürgen angesessenes Geschlecht, seit 1694 Reichsfreiherren, seit 13. Jan. 1701 in den österr. Grafenstand erhoben, dessen Mitglieder vielfach einflußreiche Stellungen im österr. Staats⸗, insbesondere im Militärdienste bekleidet haben. Graf Ignaz G., österr. Feldzeugmeister, geb. zu Hermannstadt 11. Sept. 1763, trat 1781 als Kadett in die österr. Infanterie, war im Türkenkriege bereits Major und zeichnete sich 1790 als Oberstlieutenant bei der Erstürmung von Cetin als Freikorpskommandant aus, sodann 1793—96 im franz. Kriege hervorragend bei der Erstürmung der Weißenburger Linien, Kaiserslautern, Memmingen und vor Kehl. Im J. 1797 kämpfte er bei Ostrach und Stockach, 1800 führte er nach der Schlacht bei Hohenlinden die Nachhut und schlug die franz. Division Richepanse, 1805 schloß er als Feldmarschalllieutenant den Preßburger Frieden ab und wurde danach zum Banus ernannt, befehligte sodann 1809 das 9. Armeekorps mit Auszeichnung und 1813 bei Dresden den linken Flügel der Verbündeten, kämpfte ferner in demselben Jahre bei Leipzig und 1814 bei Brienne, sowie bei La Ferté-sur-Aube, wo er ein franz. Korps schlug. G. übernahm 1815 das Generalkommando in Osterreich, 1823 das in Böhmen, 1829 sodann wieder das in Österreich, wurde 1830 Präsident des Hofkriegsrats und starb zu Wien 11. Nov. 1831. Graf Franz G., österr. Feldzeugmeister, Sohn des vorigen, geb. zu Wien 1. Sept. 1798, trat jung in österr. Militärdienst und durchlief schnell die untern Offiziersgrade. Als Feldmarschalllieutenant und Militärkommandant von Triest erhielt er 1848 durch seine Geistesgegenwart und schneidige Thatkraft dem Kaiser einen Teil der Flotte, organisierte eine Flottille von Ruderkanonenbooten und verteidigte mit diesen Streitmitteln und einer sehr geringen Truppenzahl die Küste gegen die ital. Flotte. Im J. 1849 wurde G. Kriegsminister, 1850 Kommandant des 5. Armeekorps in Italien und 1857, nachdem Graf Radetzky in den Ruhestand getreten war, Oberbefehlshaber im Lombardisch-Venetianischen Königreiche. Im Italienischen Krieg 1859 erhielt er den Oberbefehl über die österr. Armee, legte aber das Kommando nach der Schlacht von Magenta 1859 nieder und trat in den Ruhestand. G. lebte seitdem meistens in Wien, wo er 21. Sept. 1868 starb. Sein Name und Vermögen ging auf den von ihm adoptierten Geyulai (Paul), ungar. Dichter und —1 — in Klausenburg, wo er seine jurist. und evang.⸗theol. Studien absolvierte, wirkte später als Professor am Gymnasium zu Klausenburg, dann als Journalist in Pest, bis er 1875 zum Professor der ungar. Litteraturgeschichte an der Universität zu Budapest ernannt wurde. G. ist seit 1858 Mitglied, seit 1870 Klassensekretär der Akademie, seit 1860 Mit ied, seit 1881 Präsident der Kisfaludy-Gesellschaft. G.8 „Gedichte erschienen 1882; sie sind du Tiese des Gefühls und geschmackvolle Form ausgezeichnet; seine Novellen (4Väazlatok és 1867) oören durch die Feinheit der psychol. Charakteristik und die musterhafte Darstellung zu den allgemeinen das Zeichen für einen Laut, der von der Lautphysiologie als tonloser Kehlonfsvirans bezeichnet wird, d. h. derselbe entsteht bei geöffneter Stimmritze des ehlkopfs durch das Reibungsolange die Stimmbänder einander nicht so weit augher Luftstrom versetzt und so ein vokalischer Sülbe ha ausfprich, hat man erst die Stimmbänder so weit geöffnet, daß eine gewisse Zeitdauer hindurch der Strom der ausgeatmeten Luft asper); während dieser Zeit nähern sich die Stimmbänder einander bis zu dem Punkte, daß sie in regelmäßige Schwingungen geraten, und diese eben den Klang a; will man a ohne voran-Ehm h aussprechen, so hat man vorher die timmritze einen Augenblick ganz geschlossen, öffnet sie plötzlich und bringt gleich die Stimmbänder in die Lage, daß a ertönt. Für diese letztere Art der Aussprache eines Vokals (ohne h) am Anfange einer Silbe haben die meisten Alphabete gar keinen Ausdruck, aber das Griechische z.B. besitzt ihn in seinem Spiritus lenis (). Das h der —— —. —.— Sprachen und Alphabete ist, verschied wo es den gleichen Laut bezeichnet, oft sehr Oen ben es in Wrer ältesten Periode nicht lt-k es hat sich aber in vielen später entwickelt: Sanskrit aus gh und andern sog. aspirierten Medien; im Iranischen (Persischen) und Griechischen aus s (3. B. hys, bei Homer noch sys [Schwein lat. sus; hyper lat. super), zuweilen auch aus v und j; im Lateinischen aus urtprünglich gh, z. B. veho (ich fahre) = got. vigo (ich bewege, wo g-ursprünglich gh). Die aus dem Latein hervorgegangenen roman. Sprachen lassen das alte lat. h zum Teil, obwohl sie es schreiben, in der Aussprache mm werden (so französisch und italienisch), zum Teil entwickeln sie ein neues h, wie das Spanische, wo jedes lat. f zu h geworden ist, z. B. hablar (srechen) = lat. fabulare, hacer = lat. facere (machen). Das deutsche hist nach dem Lautverschieschönsten Produkten der ungar. Litteratur. (Deutsch erschienen: »Der letzte Herr eines alten Edelhofso und Der alte Schauspielers in Reclams »Universalbibliotheko.) Noch bedeutender ist G. als Litterarhistoriker und Kritiker. Seine Hauptwerke sind: „Das Leben Vörösmartyso (2. Aufl., Budapest 1879), Denkreden (Budapest 1879), Joh. Katona und seine Tragödie Bänkbänv (2. Aufl., Budapest 1883). Außerdem zahlreiche Studien und Kritiken (besonders auch über seinen Schwager Alex. Petöfi) in Zeitschriften, namentlich in der von ihm redigierten Budapesti Szemler (Budapester Revuen). G. hat auch die Werke Vörösmartys und Emerich Madächs in vorzüglichen kritischen Ausgaben ediert und im Auftrage der Kisfaludy-Gesellschaft mit Arany die beste Sammlung ungar. Volksdichtungen herausgegeben. cgeehen vm stets aus ursprünglich Kentstanden (abschen, wo es überhaupt nur einen konventionellen orthographischen, aber keinen Lautwert hat), z. B. lat. centum, got. hund hundert), griech.⸗lat. Kalamos (calamus, Rohr), halm. Die flaw. Sprachen besitzen in älterer Zeit gar kein h; wo die neuern es haben, ist es verschiedenen Ursprungs, im Kleinrussischen, Böhmij en und Oberlausitz-Wendischen aus geentstanden, z. B. böhmisch Praha = älterm Praga (Prag); in den südslaw. Sprachen ist es aus ch hervorgegangen, z. B. serbisch hoditi (gehen) russ. chodit'. Die Figur des h (H) stammt aus dem phöniz. chet, wurde im ältern griech. Alphabet zunächst als Zeichen des h-Lautes (später erst für eta) verwendet und ging in dieser Verwendung in die italischen Alphabete, unter diesen in das lateinische über, woher die modernen aus dem Lateinischen hervorgegangenen Schriften es haben. In der Musik ist UI (ital. und frz. si, engl. B) die Benennung und Bezeichnung für die siebente diatonische Tonstufe oder die zwölfte (letzte) Saite der diatonisch-chromatischen Tonleiter. (S. unter Ton und Tonarten.) Gegen den Grundton CO macht der Ton H fünf und einen halben großen Ton aus. Der Ton U wird durch eine Saite von ½5 der Länge der Saite (natürlich von gleicher Stärke, Dichtigkeit und Spannung erzeugt), welche den Grundton gibt, steht also zu C im Schwingungsverhältnis 15:8, gibt mithin von Cdie große Septime, von E die reine Quinte, von G die große Terz. Als Abkürzungszeichen steht U und hin röm. Inschriften, Handschriften u. s. w. für Hadrianus, habet, haeres, homo, honestus, hora u. s. w.; als altröm. Zahlzeichen für 200; EmeKrrdit): dei Reis für Haben (Guthaben, soviel wie Kredit); bei Zeitbestimmungen für hora (3z. B. 81 30“ = 8 Uhr 30 Min.). In der Chemie ist H die Abkürzung für Wasserstoff (Hydrogenium). Auf deutschen Reichsmünzen bezeichnet H den Münzort Darmstadt, auf ältern österreichischen Günzhurg, auf ältern französischen La Rochelle, H mit einer Krone darüber, daß sie unter Heinrich III. oder IV. geprügt sind. ha, Abbreviatur für Hektar.