FeedGysis (Nikolaus)
ErdkundeBrockhaus 1882

Gysis (Nikolaus), griech. Historien⸗ und Genremaler, geb. 1. März 1842 auf der Insel Tinos im Griechischen Archipel, begann seine künstlerischen Studien am Polytechnikum zu Athen, von wo aus ihn der König als Stipendisten nach München schickte; hier trat er in Pilotys Atelier ein. Er blieb bis 1872 in Deutschland, während welcher Zeit er ein großes Historienbild (Joseph deutet die Träume seiner Mitgefangenen) und einige Genrestücke, wie die Siegesnachricht (Sedan) malte. Für letzteres Werk erhielt er den Preis der Akademie. Zurückduud u machte er Studienreisen durch sein Vaternd und Kleinasien, auf denen er Motive aus dem Volksleben sammelte. Das bedeutendste der damals entstandenen Bilder ist der bestrafte Hühnerdieb. G. begab sich 1874 abermals nach München u Piloty. Seine Produktion ist eine sehr rege, seine Ideenwelt originell und mannigfaltig, Vortrag und Farbe lebendig. Zu G. neuesten Leistungen gehört die Allegorie der Genien der Künste (1879), die Malerwallfahrt, die Verlobung der Kinder.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 670Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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