Haag (Karl), namhafter Aquarellmaler, geb. 20. April 1820 in Erlangen, studierte an der Akademie in Nürnberg, dann in München, Antwerpen und Brüssel und besuchte 1847 England. Nachdem er den Herbst und Winter 1847—48 in Rom zugebracht, wurde er 1850 zum Mitglied der londoner Society of painters in water colours gewählt und stellte in der Halle dieser Gesellschaft seine ersten bedeutendern Aquarellgemälde: Pilger vor der Peterskirche und Tempel des Jupiter Tonans, aus. Den Herbst und Winter 1850—51 und den Herbst 1852 verlebte er in Tirol und Nürnberg und malte mehrere Darstellungen von Gemsjagden, sowie den Marktplatz von Nürnberg. Von der Königin Victoria nach Schottland eingeladen, malte er dort im Herbst 1853 die königl. Familie, den Loch-no-Gar besteigend, und Abend in Balmoral, Heimbringen der Hirsche. Im J. 1854 unternahm H. eine Reise nach Dalmatien und Montenegro und vollendete in Venedig sein großes Bild: ein dalmatinischer Barde singt in den Ruinen von Salona vor einer Gruppe von Morlachen die Zerstörung der Stadt. In Rom entstanden sodann eine Anzahl kleiner ital. Genrebilder, in München (1857) das größere Gemälde: ein zitherspielender Gemsjäger vor einer Alpenhütte. Von 1858 bis 1860 bereiste H. Griechenland, Agypten, Palästina und Syrien. Unter den wichtigsten Ergebnissen dieser Reise verdienen Erwähnung seine Akropolis in Athen; die weinenden Juden an der Tempelmauer in Jerusalem; der Sonnentempel in Palmyra mit einer Karawane von Beduinen; Ruinen des Tempels von Baalbeck mit dem Libanon; Generalansicht von Palmyra u. a. H. besuchte 1863 und 1864 von neuem Schottland, wo er das à Pool Bild: die Königin und der Prinz-Gemahl den Pool Tarff durchschreitend, entwarf. In den J.1873—74 unternahm er eine zweite Reise nach Agypten und Nubien, und stellte seitdem aus: das Gebet in der Wüste (1875); Lager von Beduinen während eines Sandsturms (1880) und Scheich Said von Kairo empfängt eine Deputation von Beduinen (1883). Seit 1867 lebt H. im londoner Vorort Hampstead.