FeedHackelberg oder Hackelnberg
Sport & SpielBrockhaus 1882

Hackelberg oder Hackelnberg, der in Sagen vielgenannte Wilde Jäger und Führer des Wütenden Heers, wird mit einer histor. Persönlichkeit identifiziert, nämlich mit dem Hans von H., angeblich herzogl. braunschw. Oberjägermeister, geb. 1521 und gest. 1581 zu Wülperode, wo unweit der Oker und der Eisenbahnstrecke Vienenburg-Schladen (Hannover) im sog. Steinfelde auch der 1672 erbaute Klöpperkrugo liegt. In dem Garten des letztern, früher Gottesacker von Wülperode, wird auf einem Leichenstein noch sein Bildnis gezeigt: ein auf einem Maultier reitender Mann mit Blechhaube und wehendem Mantel, der in der Rechten einen Streithammer, in der Linken einen Riemen hält, an welchem er einen Hund leitet. Ein anderer Hund läuft frei nebenher. Verwundet von dem Hauer eines erlegten Wildschweins, soll H. sterbend den Wunsch ausgesprochen haben, ewig jagen zu können. Seitdem jagt er am Himmel hin bis ans Ende der Welt, nachts zwischen 11 und 12 Uhr, vorauf fliegt der Nachtrabe (nach andern die Tut-Ursel, eine große Eule), dann kommen die kläffenden Hunde und darauf H. Die Sage, vielfach variiert, ist in der Harzgegend weit verbreitet, auch am Solling und an andern Orten. Der physische Ursprung derselben ist wohl im tosenden Sturmwind zu suchen. Die Person des Wilden Jägers wird auf den Gott Wodan gedeutet: noch jetzt heißt er in norddeutschen Gegenden Wode, Woenjäger u. s. w., und der Name H., lamteltr Hackelbernd, ist von J. Grimm durch Mantelträger erklärt, wie nach der nord. Mythologie auch Odin einen Mantel hat. Vgl. Schambach und W. Müller, „Niedersächsische Sagen und Märchenv (Gött. 1854).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 688Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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