Hahnschlagen, ein hauptsächlich in Deutschland, aber auch in Böhmen und Spanien verbreitetes Vollsvergnügen, das aber mehr und mehr abgekommen ist. In Niedersachsen that man einen Hahn unter einen Topf und bildete darum einen Kreis. Es wurden dann zwei Personen die Augen verbunden und ihnen Dreschflegel in die Hand gegeben, um damit nach dem Hahn zu schlagen. War das H. eine Hochzeitsbelustigung, so mußte derjenige, welcher den Hahn getroffen hatte, mit der Braut tanzen, und zwar durchs ganze Dorf, durch die Häuser, über Dielen, durch Stuben und durch Fenster. Das H. erscheint auch zu Johannis, Pfingsten, Fastnacht, in Weihnachtsspielen und besonders während der Erntezeit. Der Gebrauch soll sich auf heidnischen Glauben zurückführen lassen. Im Kornfeld, glaubten die alten Germanen, wohnten verschiedene Tiere als dämonische Uberwesen, so auch der schädliche Gewitterhahn, und diesen glaubte man ferner mit dem letzten Sensenhiebe zu töten oder man schlug dies vermeintlich in der letzten Garbe unsichtbar hausende dämonische Wesen mit Knütteln tot. Diese Handlung, die auf dem Felde vorgenommen wurde, hat sich nun, wie viele andere, von den Erntegebräuchen losgelöst und erscheint unter dem Namen H. als einfache Volksbelustigung. In Böhmen wird beim H. das umstehende Volk mit dem Blute des Hahns besprengt. In Spanien wird der