FeedHackert (Phil.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Hackert (Phil.), einer der berühmtesten Landschaftsmaler des 18. Jahrh., geb. zu Prenzlau in der Ukermark 15. Sept. 1737, kam, nachdem er bei seinem Vater, Philipp H. (gest. 1768), und dann in Berlin bei Le Sueur D Wane nötige technische Fertigkeit im Zeichnen und Malen erworben, auch bereits als Landschaftsmaler mit Erfolg aufgetreten war, auf Sulzers Empfehlung zu dem Baron Olthoff in Stralsund und durch diesen zuerst nach Stockholm und 1765 nach Paris. Von da begab er sich 1768 mit seinem Bruder Johann Gottlieb nach Italien. In Rom ließ ihm die Kaiserin Katharina sechs Gemälde für Peterhof, welche die Seeschlacht bei Tschesme (1770) und die darauffolgende Verbrennung der türk. Flotte darstellen sollten, auftragen. Um aber den Künstler in den Stand zu setzen, die Wirkung eines in die Luft auffliegenden Schiffs in der Nachbildung zu erreichen, ließ der Graf Orlow, der damals mit einem Teil seiner Flotte im Hafen vor Livorno lag, eine russ. Fregatte in die Luft sprengen. Die glückliche Ausführung beider Gemälde begründete H.s Ruhm. reiste nun 1772 nach London, dann wieder nach Italien und erhielt 1786 gleich seinem Bruder eine Anstellung in Neapel, wo er vielfache Auszeichnung genoß, bis der Revolutionskrieg ihn nötigte, sich 1799 nach Florenz zu flüchten. Er kaufte sodann 1803 eine Villa zu Careggi, auf der er 28. April 1807 starb. Insbesondere wurde die Prospektmalerei durch ihn auf einen 2 Grad der Vollkommenheit gebracht. Seine Weise ist die eines begabten Manieristen nach dem Typus Claude Lorrains. In späterer Zeit vernachlässigte er sich, und vieles, was man aus seiner letzten Zeit zu Neapel und Portici sieht, ist seines frühzeitig erworbenen glänzenden Rufs nicht würdig. Über das Restaurieren älterer Gemälde handelt sein Sendschreiben an Hamilton: «Sull' uso della vernice nella pitturap (1788; deutsch von Riedel, Dresd. 1801). Vgl. Goethe, «Philipp H.; biographische Skizze, meist nach dessen eigenen Aufsätzen entworfen» (Tüb. 1811). — Seine ebenfalls als Künstler ausgezeichneten Brüder waren: Karl Ludwig H., Landschaftsmaler in ol und Gouache, gest. durch Selbstmord zu Lausanne 1800; Johann Gottlieb H., ebenfalls Landschaftsmaler, geb. 1744, gest. 1773 zu Bath in England; Wilhelm H., Historien⸗ und Porträtmaler, geb. 1748, gest. 1780 als Zeichenlehrer an der Akademie zu Petersburg, und Georg Abraham H., Kupferstecher und Kunsthändler, geb. 1755, gest. 1805 zu Florenz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 688Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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