Hahnrei, ein Mann, der von seiner Frau, indem sie sich zu einem andern hält, betrogen wird. Das Wort kommt zuerst bei Matthesius im 16. Jahrh. vor und hängt nach Grimms „Wörterbuch' zusammen mit Reigen. H. ist sonach derjenige, welcher den Reigen der Hähne mitmacht, in die Genossenschaft der Hähne gehört. (Der Hahn ist das Sinnbild eines lüsternen Menschen und dann eines von seiner Frau betrogenen Mannes.) Im Französischen wird der H. cocu, altfrz. für coucou, Kuckuck, dessen Weibchen seine Eier in fremde Nester legt, oder cornard, d. i. Hörnerträger, genannt, eine Benennung, die auch in Deutschland üblich ist; so wird von der ungetreuen Frau auch gesagt, sie setze ihrem Manne die Hörner auf. Desgleichen heißt der H. im Italienischen becco cornuto, d. i. gehörnter Bock, oder einfach becco. Bekannt ist aus Shakspeare die Sage, daß der Kuckuck jeden H. anrufe.