Halle (Bauwesen) ist ein in der Regel halboffener, bisweilen auch geschlossener, bedeckter Raum, dessen Decke teilweise durch Säulen⸗, Pfeiler⸗ oder Bogenstellungen gestützt wird, und der entweder ein selbständiges Gebäude oder den Anbau oder Innenraum eines größern Gebäudes bildet. In letzterer Beziehung versteht man unter H. auch einen Saal von bedeutenden Grundflächen- und Höhendimensionen. Man benennt die H. meist nach ihrem Zweck (Warte⸗, Verkaufs⸗, Vor⸗, Trinkhallen u. s. w.) oder auch nach der Unterstützungsweise ihrer Decke (Säulen⸗, Bogenhallen). Bei den Griechen und Römern hieß sie Stoa, Porticus, wurde durch Säulen-, bez. Bogenstellungen und deren Gebälke gebildet und mit fast allen öffentlichen Gebäuden, wie Tempeln, Theatern, Stadien, Gymnasien u. s. w. in Verbindung gebracht, um zu Schutz vor Regen, schattigen Spaziergängen, zu Versammlungen und Hörsälen zu dienen. Je nach ihrer Länge wurden sie Porticus stadiatae, semistadiatae u. s. w. benannt. Umschlossen sie einen freien Raum, so hieß derselbe Peristyl, umgaben sie ein Gebäude, so wurde dieses mit dem Beinamen Peripteros bezeichnet. In neuerer Zeit werden Hallen größern Maßstabes auf Marktplätzen zu Verkaufszwecken (Markthallen), zum Erwarten oder zur Aufnahme von Eisenbahnzügen auf Bahnhöfen (Personenhallen, beziehentlich Wartehallen) etc. errichtet und der großen Spannweiten wegen meist in Eisen und Glas mit Unterbau von Mauerwerk ausgeführt. Die Initiative zu dieser Bauweise wurde von dem für Ausstellungszwecke 1851 bestimmten Glaspalast zu Sydenham bei London gebildet. Seitdem baut man in ähnlicher Weise Getreidehallen, Schlachthallen für Viehschlachthöfe, Lesehallen für Bibliotheken, Leichen-und Parentationshallen für Kirchhöfe u. s. w. Besonders bemerkenswert durch Bauart und Größe sind: die Central⸗(Markt)hallen zu Paris, die Markthallen zu Frankfurt, Berlin und andern Orten, die Fruchthalle zu Mainz, Getreidehalle zu Paris, die Bahnhofshallen zu Liverpool (Lime-Street-Station), Berlin (Anhalter Bahnhof) u. a. m.