FeedHamadan
ErdkundeBrockhaus 1882

Hamadan, bei den Alten Ckbatana (s. d.), Stadt in der pers. Provinz Irak-Adschmi, 340 km im WSW. von Teheran, in einer mit Dörfern bedeckten Ebene, am östl. Fuße des Elwend (s. d.), ein ziemlich großer Ort von etwa 15000 E. Bis auf etwa 1000 Judenfamilien und 18 armenischen gehört die Bevölkerung dem Turkstamme der Schah-Sewen an. Die einzelnen Quartiere der Stadt sind durch Thore voneinander getrennt. Man fertigt wollene Teppiche und Fußzeuge; berühmt ist die Färberei und Gerberei und die Fabrikation von Kalemdäns oder Schreibkasten, bedeutend auch der Handel mit Luristän, besonders in Kohlen, der durch Esel⸗ und Rinderkarawanen vermittelt wird. Fr der Nähe der großen Moschee zeigt man die Gräber der Esther und des Mardochai, einen quadratischen Bau aus schwarzem Holz mit zwei Kammern unter einer Kuppel, zufsolge der daran befindlichen hebr. Inschriften im J. 4474 der Schöpfung erbaut. Eine andere Denkwürdigkeit ist das Grab des Avicenna (s. d.), der eine Zeit lang Vezier von H. war. Die Stadt ist von ausgedehnten Trümmermassen und Schutthaufen umgeben, die zahlreiche Münzen, antike und geschnittene Steine u. dgl. bergen. Hamadryaden, Schutzgöttinnen der Bäume, s. Dryaden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 745Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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