FeedAschraf
ErdkundeBrockhaus 1882

Aschraf, Ran oder Eschref, Stadt in der pers. 5 Kaß Masanderan, 10 km von der Südküste des Kaspischen Meers, 90 km westlich von Astarabad, 25 km vom westl. Ende des Go lfs von A. oder des Haffs von Astarabad (s. d.) gelegen, war einst der glanzvolle ieblingssitz des Schahs Abbas d. Gr. (1586—1628). Die Stadt zählte damals 2000 Familien; jetzt ist sie zu einem dorfähnlichen Orte von 8—900 Häusern herabgesunken. Von den prachtvollen Gebäuden und Gärten des Schahs bestehen nur noch udenu N⸗ Überreste; ihre einst glänzenden Säle werden zu Maultier⸗ und Eselställen, die Wände zu Steinbrüchen benutzt. Auf einem 30boderOn an der See liegen die Trümmer des Sefiabad oder Zuffiabad, einer Sternwarte, und das Grabgewölbe eines Nachkommen der zwölf Imäms. Der Handelsverke ra auf dem nahen Kaspischen Meere und mit Rußland ist bedeutend. Die in der Umgebung gebaute Baumwolle sowie die Seidenzucht wirft t hier Gewinn ab. Eine empfindliche Landplage ist hier wie in Astarabad die große Unsicherheit vor den Turkmanen. Die Dörfer schließen mit diesen Räubern förmliche Konventionen ab und geben bis zu 200 und 300 Toman jährlichen Tribut, um sich gegen Plünderung und Menschenraub zu schützen. Am 3. Okt. 1727 wurde zu A. ein Friede zwischen Türken und Persern geschlossen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 46Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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