Hamilton (Anthony, Graf von), engl. Schriftsteller, stammte von einem jüngern Zweige der Familie der schott. Herzöge dieses Namens und war 1646 in Irland geboren. Mit seinen Eltern folgte er nach der Hinrichtung Karls I. den königl. Prinzen nach Frankreich, kehrte nach Karls II. Thronbesteigung 1660 nach England zurück und erhielt zwar, weil er Katholik war, von Karl II. kein Amt, dagegen von Jakob II. ein Regiment Infanterie in Jatob und den Oberbefehl von Limerick. Als akob II. nach seiner Entthronung in Frankreich ein Asyl gefunden, wendete auch H. sich dahin und starb zu 1720. Seine hinterlassenen Schriften sind voll Geist und Witz, namentlich seine Contes de féerien (gesammelt, 3 Bde., Par. 1805). Durch anmutige Leichtigkeit der Darstellung fesseln seine Mémoires de Grammonty (seines Schwagers), die zwar frivol, aber eine reiche Fundgrube der Sittengeschichte sind. Eine gute Ausgabe seiner sämtlichen Werke ist die von Renouard (4 Bde., Par. 1812); eine deutsche übersetzung seiner auserlesenen Schriften besorgte F. Jacobs (Zür. 1807).