FeedHammerich (Peter Frederik Adolf)
ReligionBrockhaus 1882

Hammerich (Peter Frederik Adolf), dän. Dichter, Geschichtschreiber und Theolog, geb. 9. Aug. 1809 zu Kopenhagen, widmete sich auf der Universität seiner Vaterstadt theolog. Studien und erhielt 1839 die hure diesethe zu Starup und Nebel in Jütland, legte dieselbe jedoch schon im folgenden ahre wieder nieder. Im J. 1845 wurde er Prediger an der Trinitatiskirche in Kopenhagen. Bei Ausbruch des Deutsch-dänischen Kriegs widmete er sich mit Eifer der dän. Sache und diente in allen drei Feldzügen 1848—50 als Feldpropst. Im J. 1854 ward er in das Folksthing gewählt. Einige Zeit darauf legte H. sein b.be Amt nieder und trat 1859 als Professor der Theologie an der Universität ein. Als Theolog folgt er der rirheler Grundtvigs C. d.). Seinen Ruf als Schriftsteller begründete er mit einer Reihe histor. chriften «Christian II. in Schweden und Karl Gustav in Dänemarks (Kopenh. 1847), Dänemark im Zeitalter der Waldemarer Tle., Kopenh. 1847—48), „(Dänemark im Zeitalter der nordischen Union» (2 Bde., Kopenh. 1849—54), Dänemark unter der Adelsherrschafts (4 Bde., Kopenh. 1854 — 60). Außerdem veröffentlichte er „Schilderungen aus dem schlesw. Krieger (Kopenh. 1849), Der dritte schlesw. Feldzug⸗ (Kopenh. 1851), «Der schlesw. Dreijahrskriege (Hadersl. 1852), „Den 1* e Birgitte og Kirken i Nordenv (Kopenh. 1863) und „Den christne Kirkes Historier (3 Bde., 1868—71). Auch als Dichter hat H. ein nicht geringes Talent bekundet, teils in seinen «Heldengesängene (Kopenh. 1841), teils in den Tönen und Bildern aus der Kirche Christi (Kopenh. 1842), den „Biblisch-⸗geschichtlichen Liedern» (Kopenh. 1852) und am meisten in Gustav II. Adolf in Deutschlande (Kopenh. 184½0. H. starb zu Kopenhagen 9. Febr. 1877. Seine Memoiren: Et Levnedslöbo (2 Tle.) wurden 1882 veröffentlicht. Sein jüngerer Bruder, Martin Johannes H., geb. 4. Dez. 1811, hat als Rektor der Borgerdydskoler auf Christianshavn (1842—67) großes Verdienst als Pädagog sich erworben. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre auf seinem Gute Islinge in Südseeland und starb 20. Sept. 1881. H.s litterarische Thätigkeit war mit Vorliebe der dän. Sprache gewidmet. Im J. 1845 lieferte er eintreffliche Übersetzung des ind. Dramas Sakuntala⸗. Er gehört sowie sein Bruder zu den Vorkämpfern des Skandinavismus. — Asger H., ein Sohn der ältern H., geb. 8. April 1843, seit 1871 Direktor einer musikal. Akademie in Baltimore, hat mehrere Cantaten und die Opern «Tovelilles (1865) und (Hjalmar og 8— (1867) komponiert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 763Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6