FeedGuldberg (Ove Höegh⸗-)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Guldberg (Ove Höegh⸗-), berühmter dän. Staatsmann, Historiker und Theolog, geb. zu Horsens 1. Sept. 1731, nahm mit Schytte, J. S. Sneedorf u. a. an der Regeneration der dän. Prosa teil, die er durch seine wertvolle «Weltgeschichter (Bd. 1—3, Kopenh. 1765—72) bereicherte. Diesem Meisterwerke stellten sich seine theol. Arbeiten zur Seite, darunter vorzüglich die Zeitbestimmung für die Bücher des Neuen Testamentsy (1785) und die «Kübersetzung des Neuen Testaments mit Anmerkungeno (2 Bde., 1794). Seine Grundsätze als Minister (1772—84) können nur im Gegensatze zu dem unreifen Reformwesen des Ministeriums Struensee, dem er folgte, richtig gewürdigt werden. Er suchte die Staatsinteressen stets vom histor.⸗christl. Standpunkte aufzufassen. Als Stiftsamtmann über Aarhuus-Stift (1784—1802), nachdem er von seinen hohen Staatsämtern verabschiedet war, bewirkte er viel Gutes. G. starb 8. Febr. 1808. Sein Sohn, Frederik Höegh-G., geb. 26. März 1771, hat sich einen Namen als lyrischer, namentlich elegischer Dichter erworben. Derselbe lebte 1805—10 am Hofe zu Kiel und gab hier die (Zeitung für Litteratur und Kunst in den dän. Staateno heraus. Später hielt er sich meist in Kopenhagen als Privatmann auf, wo er 21. Sept. 1852 starb. Von ihm erschienen Samlede Digter (2 Bde., Kopenh. 1803) und (Samlede Smaatingr (3 Bde., Kopenh. 1815—16). Auch seine Bestrebungen als Sprachbildner in „Dannersprogets Retfkrivning og Toneklango (Kiel 1809) blieben nicht ohne Anerkennung. Großes Verdienst erwarb er sich durch seine metrischen übersetzungen des Tibull (2 Bde., 1803), Terenz (2 Bde., 1805) und Plautus (4(Bde., 1812—14). In allen seinen Schriften herrscht eine streng-sittliche male

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 614Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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