Handelmann (Gottfr. Heinr.), Geschichts⸗ und Altertumsforscher, geb. 9. Aug. 1827 in Altona, studierte 1847—53 in Heidelberg, Kiel, Berlin und Göttingen Geschichte und Philologie. Während des Kriegs gegen Dänemark trat er in die schlesw.⸗ holstein. Armee ein und machte den Feldzug von 1849 mit. Nachdem er in Kiel promoviert, habilitierte er sich daselbst 1854 und schloß sich dem Freundeskreise von Theodor Zeme e Wilhelm Lehmann (s. d.), an, welcher auf eine ösung der schlesw.⸗ holstein, Frage im nationalen Sinne durch engsten Anschluß an Preußen hinarbeitete. Mit ehmann zusammen gab H. die Jahrbücher für die Ländeskunde der Herzogtümer Schleswig-Holstein und Lauenburgy (Bd. 1—6, Kiel 1858—63) heraus. Seinen wissenschaftlichen Ruf begründete H. durch seine Schrift über Die letzten Zeiten hansis cher Übermacht im skandinav. Norden» (Kiel 1853) und durch drei größere Geschichtswerke über Amerika: „Geschichte der Vereinigten Staateno (Bd. 1, Kiel 1856; 2. Ausg. 1860), „Geschichte der Insel Haitid (Kiel 1856; 2. Ausg. 1860) und „Geschichte von Brasiliend (Berl. 1860). Seitdem beschränkte die litterarische Thätigkeit H.s sich vorzugsweise auf seine heimatliche Provinz. Außer einer übersichtlichen „Geschichte von Schleswig-Holsteino (Kiel 1873) veröffentlichte er „Herzog Adolf von Holstein-Gottorp, kaiserl. Kriegsoberst unter Tilly und Waldsteino (Kiel 1865) und «Die dän. Réunionspolitik um die Zeit des Siebenjährigen Kriegsv (in den Forschungen zur deutschen Geschichted, Bd. 5 u. 10); weiter Volks- und Kinderspiele in Schleswig-Holsteine (Kiel 1862; 2. Ausg. 1874), (Topogr. Volkshumor. Ortsnamen in Reim und Spruch aus Schleswig-Holsteino (Kiel 1866) und (Weihnachten in Schleswig-Holsteino (Kiel 1866). Auf archäol. Gebiete folgten den »Mitteilungen zur Altertumskunde der Herzogtümer Schleswig-Holstein und Lauenburg » (Kiel 1863) später «Vorgeschichtliche Steindenkmäler in Schleswig-Holstein» (Heft 1—3, Kiel 1872 — 74), «Die amtlichen Ausgrabungen auf Sylto (Heft 1 u. 2, Kiel 1873—82), Moorleichenfunde in Schleswig-Holsteins (von H. und Ad. Pansch, Kiel 1873) und Die prähistor. Archäologie in Schleswig-Holsteind (Kiel 1875). Im J. 1866 wurde H. zum Professor und Konservator der vaterländischen Altertümer in der Provinz Schleswig-Holstein ernannt. Handel per oomptant nennt man im eigentgencht Sinne die gegen sofortige bare Zahlung abge 9. Geschäfte, also die Kassengeschäfte im Gegensatz zu den Kreditgeschäften. Nach dem franz. Sprachgebrauch steht jedoch der cmarché au comptanto dem amarché à termep gegenüber, und der erstere mte und daher die Geschäfte, die sich auf disponible und sofort fest zu übernehmende Waren oder Effekten beziehen, also die Effektiv⸗„ Loko⸗ oder Tagesgeschäfte im Unterschied von den Lieferungs- oder Zeitgeschäften. Dieser letztere Begriff ist ein weiterer als der erstere, da es an sich nicht ausgelIberslon ist, daß dem Käufer der Preis einer effektiv übernommenen Ware kreditiert wird. Der Handel per comptant kommt übrigens auch häufig in Zusammenhang mit rein spekulativen Operationen vor. Das Aufkaufen eines einigermaßen bedeutenden Betrags effektiver Stücke wirkt oft sehr energisch auch auf die Kurse im Zeitgeschäft und die umgekehrte Wirkung kann dadurch hervorgerufen werden, daß größere Posten eines Papiers plötzlich auf den Markt geworfen werden. Das Reportieren (s. Report) bestehteigentlichim Ankauf von Stücken per comptant und gleichzeitigem Wiederverkauf derselben für die nächste Liquidation, und das Deportieren ist die umgekehrte Operation, nämlich Verkauf per comptant und Rückkauf auf Zeit.