FeedHängebaum
PflanzenreichBrockhaus 1882

Hängebaum, ein Baum mit hängenden Zweigen. Wegen dieser der Erde zugekehrten Richtung des Geästes hat man Bäume 0 cher Art schon seit langer Zeit als Symbol der Trauer auf die Gräber 111. . und Trauerbäume genannt. Aber auch der Park bedarf dieser Baumform, deren Charakter an Ufern und auf Anhöhen am vollkommensten zur Geltung kommt. Die Hängebäume bilden oft natürliche Lauben, sodaß es in vielen Fällen gar keines auf die Aste auszuübenden Zwangs oder doch nur einer geringen Korrektur bedarf. Die erste Bedingung bei der Anpflanzung solcher Gehölze ist die, daß sie ganz frei stehen. Zwar kann man mehrere Individuen zu einer Gruppe zusammenpflanzen, aber sie dürfen nicht von Bäumen und Gebüsch umgeben sein. Die größte Schönheit erreichen Gehölze dieser Art, wenn sie einen leichten Wuchs, dünne Zweige und schmale Blätter haben. Die klassischen Trauerbäume sind die babylonische oder Trauerweide, Salix babylonica, und eine Form derselben, die sog. Lockenweide, var. crispa oder annularis. Ihnen schließt sich die hangezweigige Form unserer Purpurweide (S. purpuréa) an. (S. Weiden.) Eine Birke, welche schon als junger Baum diesen Habitus zeigt, gibt es nicht; doch kommt derselbe mit zunehmendem Alter in höherm oder geringerm Maße zur Erscheinung bei der Weißbirke (Betula alba L.), wenn sie in Gärten angepflanzt wird, in höherm Grade bei B. verrucosa (B. pendula Rot/s.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 815Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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