Hansen (Mauritz Christoffer), norweg. Dichter und Schulmann, geb. 5. Juli 1794 zu Modum, besuchte die gelehrten Schulen zu Kristiania und studierte daselbst Philologie und Philosophie. Im J. 1816 wurde er Lehrer zu Kristiania, 1820 in Drontheim, 1826 Rektor an der Schule zu Kongsberg, wo er 16. März 1842 starb. Seine ersten Dichtungen erschienen 1815 im Noro, denen 1816 die «Digtningero folgten. In seinen nächstfolgenden Arbeiten, wie z. B. «Theodors Dagbog » (1820—21), zeigt sich H. als der Lafontaineschen Schule angehörig: in dem Ritterroman Othar af Bretagne⸗ (1819) hatte er Fouqué und Tieck zu Vorbildern. Reiche Phantasie und klare Auffassung des Volkslebens bekunden 4Luren v, „Bjergmanden », (Den Dronth. 1825) enthalten außer der Novelle Keadan eller Klosterruinernes auch das histor.⸗romantische Drama Nor og Gorv (1819; deutsch von Lenburg, Berl. 1823), welches, wie sein Hakon Adelstan⸗ (1838), zwar von poetischem Wert, aber wenig bühnengerecht ist. Nach seinem Tode erschienen die Novellen Toney (Krist. 1843) und der Roman Polykarps supplerede Manuskripter eller en Slaegts Histories (1844). Als Lyriker und Idyllendichter, z. B. im Rorsk Idyllekrands (Krist. 1831), nimmt H. eine bedeutende Stellung ein. Eine Sammlung von H.s «Noveller og Fortaellingero» besorgte sein Freund C. Schwach (8 Bde., Krist. 1855—58). Hausen (Peter Andreas), 1795 zu Zonde deutscher Astronom, geb. 8. Dez. 1795 zu Tondern in Schleswig, erlernte die Uhrmacherkunst, etablierte sich 1819 als Uhrmacher in Tondern, gab diese Stellung aber bald auf und erhielt 1821 eine Anstellung als Gehilfe bei der dän. Gradmessung in Holstein, sowie an der unter Schuhmachers Leitung stehenden Sternwarte zu Altona. Im J. 1825 wurde er als Direktor der Sternwarte Seeberg nach Gotha berufen, wo 1859 auf seine Veranlassung eine neue Sternwarte in der Erfurter Vorstadt erbaut ward. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: »Methode, mit dem Fraunhoferschen Heliometer Beobachtungen anzustellen» (Gotha 1827), Untersuchungen über die (Berl 18al. Störungen von Jupiter und Saturno (Berl. 1831), Ermittelung der absoluten Störungen in Ellipsen von beliebiger Excentricität und Neigung (Bd. 1, Gotha 1843), Auseinandersetzung einer zweckmäßigen Methode zur Berechnung der absoluten Störungen der kleinen Planeteno (Abteil. 1—3, Lpz. 1856—59), (Fundamenta nova investigationis orbitae verae, quam luna perlustrato (Gotha 1838), Tables de la Iunes (Lond. 1857), Darlegung der theoretischen Berechnung der in den Mondtafeln angewandten Störuneny (2 Tle., Lpz. 1862—64). Mit Olufsen in Kopenagen bearbeitete H. die Tables de soleib (Kopenh. 1854; Nachtrag 1857). Andere Schriften astron. Inhalts sind 4Die Theorie des Aquatoreals v (Lpz. 1855) und «Theorie der Sonnenfinsternisse und verwandter Erscheinungeno (Opz. 1858). Er präsidierte mehrere Jahre der permanenten Kommission der 1862 von General Baeyer ins Leben gerufenen Europäischen Gradmessung und war auch Mitglied und Vorsitzender der Deutschen Reichskommission zur Beobachtung des Venusdurchgangs 1874. Nach seinem 28. März 1874 erfolgten Tode erschien noch Störungen der großen Planeten, besonders des