Hanstein (Johs. von), namhafter Botaniker, geb. 15. Mai 1822 zu Potsdam, bezog 1834 das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, das er jedoch wegen schwacher Gesundheit 1839 wieder verließ, um sich als Gärtner auszubilden. Von 1840 bis 1844 besuchte er die Gärtnerlehranstalt u Potsdam und ging von hier aus wieder nach Berlin, um Naturwissenschaften zu studieren. Nachdem er 1848 in Berlin mit der Dissertation Plantarum vascularium folia, caulis, radix utrum organa sint origine distincta an ejusdem organi diversae tantum parteso promoviert hatte, war er längere Zeit Lehrer an einigen berliner Schulen und habilitierte sich 1855 als Docent für Botanik an der Universität daselbst, wurde 1861 daselbstzum Custos am königl. Herbarium ernannt und 1865 als ord. Professor der Botanik und Direktor des botan. Gartens nach Bonn berufen. In dieser Stellung starb er 27. Aug. 1880. „Die wissenschaftlichen Arbeiten H.s behandeln sehr verschiedene Gebiete der Botanik. Die wichtigsten darunter sind folgende: Untersuchungen über den Bau und die Entwickelung der Baumrinder (Berl. 1853), cüber den Zusammenhang der! Blattstellung mit dem Bau des dikotylen Holzfringeso (Berl. 1858), Versuche über die Leitung des Saftes durch die Rinder (Berl. 1860), „Zur Entwickelungsgeschichte der Gattung Marsilia 2 Bde., Berl. 1862—64), Die Milchsaftgefäße und die verwandten Organe der Rinder (Berl. 1864), (Befruchtung und Entwickelung der Gat⸗ „tung Marsiliad (Berl. 1865). Die ebengenannten Abhandlungen sind nebst einigen andern meist gesondert erschienen; vom J. 1870 an gab H. Botan. Abhandlungen aus dem Gebiete der Morphologie und Physiologies im Verein mit andern Botanikern heraus, die in Bonn erschienen und in denen noch folgende wichtige Arbeiten von ihm veröffentlicht wurden: Die Entwickelung des Keims der Monokotylen und Dikotylen (1870), „Die Parthenogenesis der Caelebogyne ilicifolia (1877) und eine nachgelassene Abhandlung: «Einige Züge aus der Biologie des Protoplasmaso (1880).