FeedHanusch (Joh. Ignaz)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hanusch (Joh. Ignaz), namhafter Gelehrter und deutsch-czech. Schriftsteller, geb. zu Prag 28. Nov. 1812, studierte daselbst Philosophie und die Rechte. Im J. 1836 ward er Professor der Philosophie in Lemberg, kam 1849 nach kurzem Aufenthalt in Olmütz in gleicher Eigenschaft nach Prag, wurde aber schon 1852, als des Hegelianismus verdächtig, vom Ministerium Thun abgesetzt. Zuletzt war er (seit 1860) Universitätsbibliothekar in Prag und starb daselbst 19. Mai 1869. „Die sehr fruchtbare wissenschaftliche und litterarische aufflam H. erstreckte sich neben der Philosophie auf slaw. Altertumskunde, besonders Mythologie, und auf Litteraturgeschichte und Bibliographie. Von seinen philos. Schriften seien „Handbuch der wissenschaftlichen Erfahrungslehre (Lemb. 1842 u. öfter), der Denklehre (Lemb. 1843 u. öfter), der Metaphysik, Ethik, Analyse der Philosophie Schtitnys (ezech.) u. a. Von den mytholog., antiquarischen u. a.: «Die Wissenschaft des slaw. Mythusv (Lemb. 1842; nachträglich von H. selbst als verfehlt bezeichnet), Bajeslovni kalendar (Kalender der slaw. Mythologiev, Prag 1860), Die lat. Osterspieles (Prag 1863); „Schriftwesen und Schrifttum der böhm.⸗slowen. Völkerstämmey (Prag 1867), »Die gefälschten böhm. Gedichte aus den Jahren 1816 — 195 (Prag 1868); „Quellenkunde und Bibliographie der böhm.⸗slaw. Litteraturgeschichte von 1348 bis 18685 (Prag 1868), Forschungen über die Glagoliza und vieles andere in deutscher und czech. Sprache.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 835Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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