Härten oder Härtung des Stahls (rz. trempe, engl. hardening), das Verfahren, durch welches man dem Stahl den für spezielle Zwecke notwendigen hohen Grad von Härte erteilt. Dasselbe besteht in dem Glühendmachen und darauffolgender rascher Abkühlung des Stahls. Die Art der Erhitzung (ob im Schmiedefeuer, in Muffelöfen, mittels einer Gasflamme oder auf andere Weise) hängt davon ab, wozu die zu härtenden Gegenstände verwendet werden sollen, welche Dimensionen und Formen die Gegenstände haben, und ob man einen oder mehrere derselben zugleich härten will. Abkühlende Substanzen, in welche der zu härtende Stahl eingetaucht wird, sind Wasser, schwache Säuren, Salzlösungen, Eis, Scheidewasser, Ol, geschmolzener Talg, Kolophonium, Siegellack, auch wohl ein kalter Luftstrom und, wo sehr große Härte gewünscht wird, Quecksilber. Zur Beurteilung des für irgendeine Stahlsorte angemessenen Grades der Glühhitze dient die Farbe des Stahls in glühendem Zustand, und zwar liegt die richtige Farbe zwischen Kirsch-und Rosenrot. Stahl von hohem Kohlenstoffgehalt bedarf nur eine verhältnismäßig geringe Erhitzung (dunkle Rotglut), da derselbe sonst verbrannt und in den meisten Fällen unbrauchbar wird. Je reicher ein Stahl an Kohlenstoff ist, eine desto größere Härte vermag derselbe durch den Prozeß des H. zu erlangen. Außer von dem Blubhige Händt d des Stahls und dem Grad der G Abtubi hängt die Härte von der Temeratur der Abkühlungssubstanz und dem Wärmeeitungsvermögen der letztern ab. Soll dem Stahl, seiner Bestimmung entsprechend, mehr Härte und weniger Elasticität erteilt werden, so müssen die Temperaturunterschiede beim Glühen und Ablöschen größer sein, als wenn weniger Härte und mehr Clasticität verlangt wird. Die höchste Härte, welche ein Stahl seiner Natur nach erhalten kann, wird als Glashärte bezeichnet. Der gehärtete Stahl behält nach erfolgter Abkühlung die durch die Erhitzung bewirkte Vergrößerung seines Volumens teilweise bei, und hat somit ein geringeres spezifisches Gewicht, sowie geringere absolute Festigkeit. Um demselben die durch zu starke Erhitzung erlangte übergroße Härte und Sprödigkeit zu nehmen, bedient man sich der Operation des Anlassens oder Temperns. (S. Anlas sen.) über H. des Glases s. Hartglas unter Glas.