FeedHarteneck (Joh. Sachs von)
GeschichteBrockhaus 1882

Harteneck (Joh. Sachs von), mit dem ursprünglichen Familiennamen Zabaniusv, Graf der siebenbürg.⸗sächs. Nation, geb. 1664 zu Eperies in Ungarn, studierte in Hermannstadt und Weißenburg in Siebenbürgen, dann an der Universität zu Tübingen, wo er 1688 auf Grund seiner Streitschrift De ideiso das Magisterium der Philosophie erwarb. Im J. 1689 kehrte er nach Hermannstadt zurück und erhielt 1. Aug. 1690 die wichtige Stelle eines Provinzialnotarius. H. stand überall mit großem Mute für die Rechte der Sachsen und die Freiheit der Religionsbekenntnisse ein; ebenso stand er entschieden zur Partei des habsburg. Kaiserhauses. Im Febr. 1695 wurde er Stuhlrichter im hermannstädter Kreise, schon im März desselben Jahres Provinzialbürgermeister daselbst und 1697 Graf der sächs. Nation und Königsrichter von Hermannstadt; 1698 erhob der Kaiser H. in den Ritterstand des Heiligen Römischen Reichs, mit dem Ehrentitel «Sachs Edler von H.v. Doch verflocht er sich in eine Reihe von Händeln und schließlich gelang es seinen zahlreichen Feinden, seinen Sturz herbeizuführen. Sein Haupt fiel unterm Henkerschwert 5. Dez. 1703. Vgl. F. von Zieglauer, 4H., Graf der sächs. Nation und die siebenbürg. Parteikämpfe seiner Zeit 1691—17035 (Hermannstadt 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 866Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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