FeedHerzog (Robert)
GeschichteBrockhaus 1882

Herzog (Robert), Fürstbischof von Breslau, eb. 17. Febr. 1823 zu Rhönwalde im Kreise Franenstein in Schlesien, ward 1848 zum Priester geweiht, 1851 Kaplan an der Hedwigskirche zu Berlin, 1857 Curatus bei St. Adalbert in Breslau, 1863 Pfarrer und Erzpriester zu Brieg, 1870 Propst an St. Hedwig zu Berlin, 1880 Fürstbischof zu Breslau. Für den österr. Anteil seiner Diöcese leistete er dem Kaiser von Osterreich den vorgeschriebenen Eid, für Preußen dagegen wurde ihm die Eidesleistung erlassen, in der Erwartung, H. werde auch ohne Eidesleistung die staatlichen Gesetze beobachten und den Frieden zwischen Staat und Kirche erstreben. Doch erließ H. 25. Juli 1882 ein Rundschreiben, worin die sog. Staatspfarrer zur Unterwerfung aufgefordert wurden und fast gleichzeitig erschien ein Erlaß, wonach Mischehen nur durch die kath. Trauung kirchlich gültig geschlossen werden können, die kath. Trauung aber versagt werden muß, wenn ihr die evang. Trauung folgen soll.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 175Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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