FeedHartenstein (Gust.)
GeschichteBrockhaus 1882

Hartenstein (Gust.), deutscher Philosoph, geb. zu Plauen 18. März 1808, besuchte die Fürstenschule zu Grimma und widmete sich zu Leipzig theol. und philos. Studien. Er habilitierte sich 183³ mit der Abhandlung De Archytae Tarentini sfragmentiso (Lpz. 1833) in der philos. Fakultät, worauf er 1834 eine außerord., 1836 eine ord. Professur der Philosophie an derselben erhielt. 5.8 philosophische Richtung wurde, nachdem er sich früher namentlich mit dem Studium der alten lch dunch Perbart und Kants beschäftigt, vorzügich Herbarts Forschungen entschieden, zu deren Verständnis und Entwickelung er in den Schriften Die Probleme und Grundlehren der allgemeinen Metaphysiko 1836) und Die Grundbegriffe der ethischen Wissenschafteno (Lpz. 1844) zu wirken suchte. Unter seinen Arbeiten sind neben den von ihm besorgten Gesamtausgaben der Werke Kants und Herbarts noch hervorzuheben: «über die neuesten Darstellungen und Beurteilungen der Herbartschen Philosophies (ELpz. 1838), De ethices a Schleiermachero propositae fundamentop (Lpz. 1837), De materiae apud Leibnitium notione (Lpz. 1846; umgearbeitet und erweitert als eüber Leibniz' Lehre von dem Verhältnis der Monaden zur Körperwelto in der Sammlung seiner „Histor.⸗philos. Abhandlungene, Lpz. 1870), ferner die »Darstellung der Rechtsphilosophie des Hugo Grotiuso (1850), aliber den wissenftlichen Wert der aristotelischen Ethiks (1859) und eüber Lockes Lehre von der menschlichen Erkenntnis in Vergleichung mit Leibniz' Kritik derselbend (1861). Letztere drei Arbeiten erschienen zuerst in den «Abhandlungens der sächs. Gesellschaft der Wissenschaften, der H. seit ihrer Begründung (1846) angehört. H. wurde 1848 zum Ephorus der Universitätsbibliothek zu Leipzig ernannt und zog sich 1859 nach Jena zurück.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 866Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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