FeedHartig (Franz, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Hartig (Franz, Graf), österr. Staatsmann, geb. 5. Juni 1789 in Wien, diente als Hofrat bei der polik. Hofkanzlei, dann als Gouverneur von Innerösterreich. Befreundet mit Erzherzog Johann, beförderte er das Wohl der Steiermarkund übernahm 1836 die Verwaltung des Lombardisch-Venetianischen Königreichs und wurde 1840 Staats⸗ und Konferenzminister. Sehr populär in Mailand, wurde er 1848 zu spät nach Mailand als königl. Kommissar gesendet. Bald darauf ließ er anonym sein berühmt gewordenes Buch Genesis der Revolution in Osterreiche (3. Aufl., Lpz. 1851) erscheinen. Dies hatte die Wirkung, daß H. nicht mehr im Staatsdienste verwendet wurde; er zog sich in den Ruhestand zurück, bis er 1860 in den verstärkten Reichsrat berufen ward, wo er eine hervorragende Rolle spielte. In das österr. Herrenhaus 1861 berufen, ehörte er bis zu seinem Tode, 11. Jan. 1865, der iberal-centralistischen Partei an. Sein Sohn Edmund, Graf H., geb. 2. Nov. 1812, widmete sich zuerst der innern Verwaltung, dann dem diplomatischen Dienste (in Florenz, Paris, Kassel), war 1852 —56 Gesandter in Kopenhagen, dann bis 1859 in München. Seit 1861 war er Mitglied des böhm. Landtags und des Abgeordnetenhauses, 1867—68 Oberstlandmarschall von Böhmen, seit 1867 Mitglied des Herrenhauses. Er nahm hervorragend teil an allen Debatten im Sinne des liberalen Centralismus, war auch Be richterstatterüber wichtige Gesetze (Schulgesetz, Wehr gefetz). Er starb 30. März 1883 in San-Remo.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 867Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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