Hauenstein heißen zwei Jurapässe auf der Grenze der schweiz. Kantone Basel und Solothurn. Die Straße über den Obern H., 31 km lang, führt von Liestal (s. d.) als Straßenbahn südwärts durch das Thal des Frenkenbachs und die Schlucht von Höllstein zu dem alten Städtchen Waldenburg (706 müber dem Meere, 14 km von Liestal), steigt dann als Poststraße zu dem Kurorte Langenbrud hinauf, der 718 müber dem Meere, 5,5 km südlich von Waldenburg auf der Paßhöhe liegt, senkt sich hierauf südwestlich in das Thal der Dünnern und erreicht durch die malerische Balsthalerklus die Station Oensingen der Centralbahnlinie Olten-Solothurn-Biel. Die Untere Hauensteinstraße steigt von Liestal südöstlich durch das Thal der Ergolz nach Sissach (375 m), wendet sich dann nach S., erreicht über Läufelfingen (612 m) die Paßhöhe (695 m) bei dem solothurner Dorfe H. und senkt sich in mehrern großen Windungen über Trimbach nach Olten (402 m). Früher war sie eine der belebtesten Poststraßen der Schweiz; jetzt dient sie seit der Eröffnung der Linie Basel-Olten der Schweizerischen Centralbahn, welche zwischen Läufelfingen und Trimbach mit einem 2700 mlangen Tunnel (Hauensteintunnel) den Untern H. durchbricht, nur noch dem Lokalverkehr. Beim Baue dieses Tunnels verunglückten 28. Mai 1857 durch Einsturz eines Schachtes 52 Arbeiter, und weitere 11 verloren ihr Leben bei den Ausgrabungsversuchen. Hauenstein, die kleinste Stadt des Deutschen Reichs, im Großherzogtum Baden, Kreis Waldshut, am Rhein, mit (1880) 176 E. und einer Burgruine, ist der Hauptort der breisgauischen Herrschaft H., 427 qkm mit 42 000 E., die sich durch ihre kräftige Gestalt, eigentümliche Sitten und besondere Kleidung auszeichnen. Hier wurde 1409 die Hauensteiner Aegen 8 schwäb. und schweizer Stände und Städte gegen Österreich geschlossen.