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ErdkundeBrockhaus 1882

Julier, Paß im schweiz. Kanton Graubünden, verbindet die Thäler Oberhalbstein und Oberenga— din. Die Poststraße über den J., 1825 erbaut, ist ein Teil der 84 Em langen Postroute Chur-Samaden, welche von Chur südwärts durch das Thal der Rabiusa über Churwalden und Parpan zur Paßhöhe (1551 m) der Lenzerheide ansteigt und sich über Lenz in das tiefe Thal der Albula hinabzieht, das sie bei Tiefenkastel (889 m über dem Meere, 29 km von Chur) erreicht. Von dem Straßenknoten Tiefenkastel steigt die Julierstraße südlich durch das Oberhalbstein (roman. Sur Saß) hinauf, durchbricht den Engpaß am Stein, berührt die Dörfer Schweiningen (roman. Savognin, 1237 m) und Mühlen (roman. Molins, 1461 m) und gelangt durch wilde Felslandschaften nach Stalla (ital. Bivio, 1776 m), wo rechts der schlechte Saumweg über den Septimer (2311 m) ins Bergell abzweigt. Die Julierstraße wendet sich nach Osten und steigt in vielen Windungen zum kleinen Bergwirtshaus Veduta und zur Paßhöhe (2287 m) zwischen den Crutscharöls (2963 m) rechts und Piz Valletta (2923 m) links. Nahe der Paßhöhe, links von den kleinen Julierseen, erheben sich zu beiden Seiten der Straße die ursprünglich zusammengehörenden Stücke des Mannelsteins, zwei rohe Säulen, denen bald kelt., bald röm. Ursprung zugeschrieben wird. über die Julieralp, zuletzt in scharfen Kehren durch lichten Arvenwald, senkt sich die Straße nach Silvaplana (1816 meüber dem Meere, 43 km von Tiefenkastel, 12 Em von Samaden), wo sie in die Hauptstraße des Engadin einmündet. Der J., schon zur Römerzeit ein Hauptverkehrsweg der Rhätischen Alpen, ist einer der leichtesten und sichersten Alpenpässe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 920Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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