Hauch (Joh. Carsten von), einer der bedeutendsten dän. Dichter der neuern Zeit, geb. 12. Mai 1790 zu Frederikshald in Norwegen, bekleidete länere Zeit hindurch die Professur der Physik an der kademie zu Soröe, bis er 1846 als Professor der nordischen Litteratur zu Kiel angestellt ward. Als er von hier durch den Ausbruch der Revolution von 1848 vertrieben wurde, gewährte ihm die Königin Marie Sophie Friederike eine Zuflucht in der Nähe von Kopenhagen auf dem Schlosse Frederiksberg. Nach Ohlenschlägers Tode erhielt er 1851 die Professur der Asthetit an der Universität. In den J. 1858—59 bekleidete H. den Posten als Theaterdirektor, 1860 war er Theatercensor. Er starb zu Rom 4. März 1872. Bereits in seinen ersten dramatischen Versuchen (Contrasterner, 1816, und Rosauray, 1817) entwickelte er ein Talent, das mehr in die — ging als der Gewandtheit der Form nachstrebte. In den J. 1821—27 unternahm er eine Reise durch Deutschland, Italien und Frankreich. In seinen Tragödien Bajazeto, «Tiberiuso (1828; deutsch, Lpz. 1836), (Gregor VII.v und Don Juano, ferner in (Karl den Femtes Dödo, 7 Beleiringo (1832; deutsch, Lpz. 1834), «Svend Grather (1841) und Marsk Stigo (1850), denen später Kongens Yndlingo (1858) und „Henrik af Navarray (1863) olgten, ist besonders eine tüchtige Charakterzeichnung anzuerkennen. Zwei kleinere dramatische Stücke, Aeren tabt og vundenp (Kopenh. 1850) und „Söstrene paa Kinnekullene (Kopenh. 1849), wurden mit vielem Beifall gegeben und auch in Deutschland und Schweden aufgeführt. Eine Sammlung seiner Dramatiske Vaerker» (3 Bde., 1852) hat er selbst veranstaltet. Durch das episch-dramatische Gedicht KHamadryaden (1830) erwarb er sich die Anerkennung Tiecks und Schuberts. Auch seine „Lyriske Digter (Kopenh. 1842; 2. Aufl. 1854), (Lyriske Digte og Romancery (1861) und Rye Digtningero (1869) enthalten viel Gelungenes. Ebenso bekundete er als romantischer Erzähler in (Wilhelm Zaberno (1834; 2. Aufl. 1848), (Guldmagereny .—.—— 1836; 2. Aufl. 1851), «En polsk Familier (2 Bde., 1839), «Slottet ved Rhineno (2 Bde., Kopenh. 1845), «Robert Fultonv (2 Bde., 1853), „Waldemar Seier» (1862), «Charles de la Bussierer (1859) u. s. w. ein ungewöhnliches Talent. Die autobiographischen »Minders⸗ (2 Bde., Kopenh. 1867—71) behandeln seine Jugend. In Deutschland erschien „Die nordische Mythenlehreß (Lpz. 1848). Eine Sammlung seiner ästhetisch-kritischen Arbeiten gab er in drei Bänden (1855—69) ½ Nach H.s Tode erschienen