Haustieren vorgebeugt. Hauländer Wirtschaften, Hauländereien, fäls 6 auch Holländereien, Güter in Posen, welche früher, als das Land noch wenig bevölkert war, gegen einen jährlichen geringen Zins ohne Kaufgeld als Eigentum verliehen wurden. Haulik de Väralja (Georg), Kardinal und Erzbischof von Agram, geb. 28. April 1787 zu Tyrnau in Ungarn, wo er auch die 1 Studien absolvierte, trat dann ins erzbischöfl. Seminar zu Gran, kam 1806 nach Wien, wurde 1812 erzbischöfl. Archivar in Ofen, 1814 Konsistorialnotar, 1816 Sekretär, 1825 Domherr, 1830 Titularbischof und 1877 ichef der 1832 Großpropst von Agram, 1837 Bischof däselbst und zugleich Wirkl. Geheimrat. Zweimal (1838 und 1843) bekleidete er die Würde eines Banus-Stellvertreters; 1843 wurde er mit seinen beiden Brüdern in den Adelsstand erhoben, und als das bisherige Bistum Agram zur Metropolie erhoben wurde, wurde H. erster Erzbischof von Agram. Die Kardinalswürde erhielt er 1856. H. zeichnete sich durch eine fast schrankenlose Wohlthätigkeit, durch wahrhafte Humanität und seltene Opferbereitschaft aus. Außerdem war er ein eifriger, unerschrockener Anhänger und Verteidiger der 9* Osterreichs und der habsburgischen Dynastie, demnach ein entschiedener Gegner L. Kossuths; letzterer ließ ihn 1849 als Hochverräter proskribieren. Auch als theolog. Schriftsteller ist H. bekannt, seine Hirtenbriefe (Selectiones Encyclicae literae et dictiones sacrae, Tl. 1—3, Wien 1850 —53) haben histor. Wert. H. starb 11. Mai 1869. Haulleville (Prosper Charles Alexandre, Baron de), belg. Publizist, geb. 28. Mai 1830 in Luxemburg, besuchte das Gymnasium in und widmete sich der Rechtswissenschaft in Brüssel, Bonn und Paris. Das kath. Ministerium De Decker-Vilain XIIII. übertrug ihm 1856 den Lehrstühl des Naturrechts in Gent; als ihm dieser ein Jahr darauf durch den Sturz seiner Gönner wieder abgenommen worden, gründete er als Organ der kath. Opposition den Universelv, aber das Blatt hatte keinen langen Bestand. Im J. 1865 übernahm er die Leitung der Monatsschrift cRevue généraley. Seit 1878 ist er gleichzeitig Hauptredacteur des HJournal de Bruxelleso, des vorzüglichsten Organs der konstitutionell-kath. Partei, und bekämpft darin mit großem Geschick die Bestrebungen der sog. Episkopal-Ultramontanen. Unter seinen selbständigen Schriften steht obenan die gekrönte Preisschrift Mistoire des communes Lombardes depuis leur origine jusqu'à la fin du 13* siécler (2 Bde., Par. 1857—59); ferner: De P'enseignement primaire en Belgique (Brüss. 1870), La nationalité beige ou Flamands et Wallonsv (Gent 1875), Le définition du droito (Brüss. 1875), De Lavenir des peuples catholiqueso (1876). Haun, s. Uhu. Haupt (anatomisch), s. Kopf. Haupt (Crich), luth. Theolog, geb. 8. Juli 1841 zu Stralsund, studierte w1858 - 61 zu Berlin, ward 1861 Gymnasiallehrer zu Kolberg, später in Treptow a. d. Rega, 1878 ord. Professor der Theologie zu Kiel, w1883 zu Greifswald. Von seinen Schriften seien genannt: Der erste Brief des Johannes (1869), Die alttestamentlichen Citate in den vier Cvangelieno (1871), «Die Kirche und die theol. Lehrfreiheit» (1881). Haupt (Moritz), namhafter Germanist und klassischer Philolog, geb. 27. Juli 1808 in Zittau, wo sein Vater, Ernst Friedrich H. (geb. 31. Mai 1774, gest. 1. Mai 1843), der sich durch die Herausgabe der Jahrbücher des zittauischen Stadtschreibers Johannes von Guben» (Görl. 1837), sowie als lat. Dichter durch Übersetzungen Goethescher Gedichte (ECarmina X Goethiiy, Lpz. 1841) und deutscher Kirchenlieder (Hymni sacrip, Lpz. 1842) bekannt gemacht hat, das Bürgermeisteramt bis 1832 verwaltete. Der junge H. studierte 1826 —30 in Leipzig unter Hermanns Leitung Philologie und habilitierte sich daselbst 1837 durch Verteidigung seiner Quaestiones Catullianaep (Lpz. 1837). Er erhielt sodann 1838 eine außerord. Professur und 1843 die ordentliche der deutschen Sprache und Litteratur; 1850 erfolgte wegen seiner Teilnahme an der nationalen Bewegung der J. 1848 und 1849 seine Amtsentsetzung. Seit 1848 Mitglied der königl. Gesellschaft der Wißenschaften, übernahm er 1850 das Sekretariat der histor.⸗philos. Klasse, welches er behielt, bis er 1853 an Lachmanns Stelle als ord. Professor der klassischen Litteratur nach Berlin berufen wurde; 1861 ward er beständiger Sekretär der Akademie der Wissenschaften. Er starb 5. Febr. 1874 zu Berlin. H.s wissenschaftliche Leistungen gehören teils der deutschen, teils der klassischen Philologie an. Von letztern sind besonders hervorzuheben seine kritischen Ausgaben der Halieutica des Ovid nebst den „Cynegetican des Gratius und Nemesianus (Lpz. 1838), der Metamorphoseno des Ovid (3. Aufl., Berl. 1863), des Horaz (3. Aufl., Lpz. 1871), des Catull, Tibull und Properz (2. Aufl., Lpz. 1861) und des Virgil (Lpz. 1858; 2. Aufl. 1873). Aus Hermanns Nachlaß gab er den Bion und Moschos Kere 1849) und den AÄschylos (2 Bde., Lpz. 1852) heraus. H.s bedeutendste philol. Arbeiten sind die kritischen Ausgaben des «Erecy (Lpz. 1839; 2. Aufl. 1871), der Lieder und Büchleino und des «Armen Heinrich (Lpz. 1842, 2. Aufl. 1881) des Hartmann von Aue, des «Guten Gerhard » von Rudolf von Ems (Lpz. 1840), des Winsbeker (Lpz. 1845), der Lieder Gottfrieds von Neiffen (Lpz. 1851) und des Neidhard von Reuenthal (Lpz. 1858). Lachmanns Ausgabe der ältesten mittelhochdeutschen Lyriker (Des Minnesangs Frühlingo, Lpz. 1857; 3. Aufl. 1882) wurde von H. vollendet und die neuen Ausgaben von dessen Nibelungen (Berl. 1852 u. 1867), Wolfram (Berl. 1854) und Walther von der Vogelweide (Berl. 1853 u. 1865) besorgt. Mit Hoffmann von Fallersleben gab er «Altdeutsche Blätter (2 Bde., Lpz. 1836—40), allein die Zeitschrift für deutsches Altertum (12 Bde., Lpz. u. Berl. 1841 65; neue Folge, 4 Bde., Berl. 1866 —73) heraus. Nach seinem Tode erschienen seine K&Opuscula Bde., Lpz. 1875 — 76). Vgl. Belger, «H. als akademischer Lehrer» (Berl. 1879). Hauptaktionen, s. Haupt⸗ und Staatsaktionen.