Hautecombe, berühmte Cistercienserabtei im franz. Depart. Savoyen, 21 Em nordnordwestlich von Chambery, auf einer schmalen Halbinsel am westl. Ufer des Sees von Bourget am Fuße des Mont de la Charvaz malerisch gelegen, wurde 1125 vom Grafen Amadeus III. von Savoyen gegründet und zur Erbbegräbnisstätte ausersehen. Durch diesen Vorzug begünstigt, gelangte die Abtei bald zu hohem Ansehen und Glanze, den sie viele Jahrhunderte hindurch bewahrte, bis sie im Osterreichischen Erbfolgekriege von den Spaniern hart mitgenommen und in der Französischen Revolution völlig ausgeplündert und aufgehoben wurde, worauf man 1800 die geräumigen Gebäude zu einer Fayencefabrik einrichtete. König Karl Felix ließ sie 1824—43 als die Ruhestätte seines Hauses wiederherstellen, und bei der Abtretung Savoyens an Frankreich 1860 wurde durch einen besondern Zusatz zum Abtretungsvertrage die Fortdauer der Abtei ausdrücklich gewährleistet. Die Kirche, ein überladener Bau im spätgot. Stile, besteht aus drei Längsschiffen und einem Querschiffe und enthält über 300 Statuen und Monumente, meist Denkmäler savoyischer Fürsten. Unfern der Abtei steht ein Turm, Phare de Gessens genannt, der eine reizende Aussicht auf den See und dessen Umgebungen gewährt. Etwa 1 EKm weiter entspringt in einem Kastanienwäldchen eine intermittierende Quelle, die Fontaine des Merveilles.