Chaumont-en-Bassigny, Hauptstadt des franz. Depart. Obermarne (Champagne), an der Ostbahn auf einer Anhöhe am Zusammenflusse der Suize und Marne gelegen, ist Sitz der Departementsbehörde, eines Tribunals erster Instanz, eines Assisenhofs, eines Handels- und Friedensgerichts und eines Oberbergamts für drei Departements, hat ein Lyceum, ein Lehrerseminar, eine öffentliche Bibliothek, ein Museum (mit einem Christuskopf von Dürer) und zählt (1876) 8791, als Gemeinde 9226 C. Erstaunlich ist der Eisenbahnviadukt von 600 m Länge, der auf 50 Bogen über das Thal der Suize führt. Außerdem sind beachtenswert die Kirche t.⸗Jean-Baptiste aus dem 13. Jahrh. mit weithin sichtbaren Türmen und schönen Seitenportalen, das Stadthaus, das neue Präfekturgebäude, der Justizpalast mit prachtvollem Audienzsaal und ein Hospital. Von dem Schlosse der ehemaligen Grafen von Champagne ist nur noch der Turm Hautefeuille aus dem 10. Jahrh. (im heutigen Justizpalast) erhalten. Die Bevölkerung fabriziert wollene Strumpfwaren, Wollzeuge, berühmte lederne Handschuhe, Zucker, Messerschmiedewaren und unterhält Wachsbleichen und Lohgerbereien, treibt auch Handel mit Korn, Holz, Häuten, Leder, Eisenwaren u. s. w. Die Stadt ist historisch bekannt geworden durch den Vertrag von Chaumont, welchen 1. März 1814 die verbündeten Mächte Rußland, Preußen, Osterreich und Großbritannien zur Bekämpfung Napoleons I. und Herstellung des Weltfriedens nißt, sind unter K aufzusuchen. untereinander schlossen, wobei sie sich, wie sich später offenbarte, auch schon zu bestimmten Schritten bei der spätern Gestaltung der europ. Verhältnisse verpflichteten. Die allgemeine Allianzakte spricht die Notwendigkeit eines Kampfes aeden Napoleon, im Falle er sich nicht zum Frieden bewegen lasse, aus und stellt die neue Ordnung der Dinge nach erlangtem Frieden unter die Garantie der vier Mächte. Das Offensiv⸗ und Defensivbündnis Pen Napoleon I. wurde auf 10 Jahre eWertlag on seiten Osterreichs unterzeichnete den Vertrag Fürst Metternich, für Großbritannien Lord Castlereagh, für Preußen Fürst Hardenberg und für Rußland Graf Nesselrode. ö