FeedMauser
TierreichBrockhaus 1882

Mauser, Mauserung nannte man früher im weitern Sinne einen im Lebensprozeß der Tiere sehr wichtigen Akt, wobei dieselben abgenutzte veraltete Gewebsbestandteile (Zellen und aus Zellen hervorgegangene Gebilde) von sich ablösen und nach außen hin abstoßen. Im engern Sinne bezieht man das Wort einzig auf die Vögel, welche besonders im Frühjahr, teilweise auch im Herbst die abgenutzten Federn abwerfen und mit neuen, häufig von ganz verschiedenen Farben und Zeichnungen, ersetzen. Besonders wichtig sind die Mauserungsprozesse, durch welche das erste Flaumen⸗ oder Dunenkleid des aus dem Ei geschlüpften Vogels ersetzt und dieser flügge wird. Bei einigen Vögeln (Helmkasuar, Larventaucher) unterliegt auch der Schnabel einer echten periodisch wiederkehrenden M. Das Hären der Säugetiere, das Häuten der Reptilien etc. ist zum Teil derselbe Prozeß, der sich bei allen Oberhautgebilden der Innen⸗ und Außenfläche, die aus Zellen bestehen, wiederholt, wodurch diese, die sog. Epithelien, periodisch erneuert werden, während bei der Häutung der Gliedertiere einfache, nicht aus Zellen bestehende Cuticularbildungen (s. unter Körperbedeckung der Tiere) abgeworfen werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 538Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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