FeedMarmol (José)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Marmol (José), einer der begabtesten span.⸗ amerik. Dichter, geb. 4. Dez. 1818 in Buenos-Ayres, studierte daselbst und in Montevideo Jura, sprach aber seinen Haß gegen die Tyrannei des Diktators Rosas so energisch aus, daß dieser ihn verbannen ließ. Erst nach dem Sturze des Diktators kehrte er in die Vaterstadt zurück und nahm von nun an thatkräftig am polit. Leben teil. Alles, was er gegen Rosas gesungen, besonders EI 25 de mayo de 18435 (in den Poesiaso, Buenos-Ayres 1854), ist im ganzen romanischen Amerika populär. Allgemeinen Beifall fanden auch die „Cantos del peregrinop (Montevideo 1847), ein lyrisch-episches Gedicht, das seine Abstammung von Byrons «Childe Haroldo nicht verleugnen kann, dabei aber doch originell, kraftvoll und farbenprächtig ist. Ferner schrieb er noch zwei Dramen Poeta und EI cruzadon (neueste Ausg. im Teatro Americano v, Barcelona 1876). Seinem Roman «Amalia „ (Bd. 11 u. 12 der «Colleccion de autores espanoles v, Lpz. 1862), der die Geschicke von Buenos-Ayres unter Rosas' Diktatur lebendig schildert, fehlt die künstlerische Form. M. starb zu Anfang der sechziger Jahre.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 471Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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