Hebel (Joh. Peter), deutscher Dialektdichter, geb. zu Basel 10. Mai 1760, erzogen zu Hausen unweit Schopfheim im Badischen, wohin sich seine armen Eltern gewendet hatten, empfing seine Vorbildung in Lörrach, seit 1774 in Karlsruhe, studierte 1778—80 in Erlangen, wurde 1782 Pfarrvikar zu Hertingen, 1783 Lehrer am Pädagogium zu Lörfrach, 1791 Lehrer am Gymnasium zu Karlsruhe fmit dem Prädikat eines Subdiakonus. Im J. 1805 erhielt er den Titel als Kirchenrat, wurde i1808 Direktor des Lyceums, 1809 Mitglied der evang. er Mene AuSanee 1819 Prälat und starb auf einer Reise zu Schwetzingen 22. Sept. 1826. Für seine berühmten Allemannischen Gedichtev Garlsr. 1803; herausg. und erläutert von Götzin⸗ „ger, Aarau 1873; herausg. von Behaghel, Stuttg. 1883; mit Bildern von Ludwig Richter, 2. Aufl., tLpz. 1882) wählte H. die naive, bewegliche und schalkhafte Mundart, welche in mancherlei Abwechmentuch in einem großen Teile Schwabens, namentlich in dem Winkel herrscht, den der Rhein bei Basel bildet. Dieselben enthalten treffliche Naturschilderungen, idyllenartig gehaltene Sittengemälde aus dem bäuerlichen Leben und durch naive Anschaulichkeit und Gemütlichkeit der Naturauffassung ausgezeichnete Lieder im echten, doch veredelten Volksgeschmack. Unter den verschiedenen hochdeutschen Bearbeitungen der Lieder, in denen sie jedoch viel von ihrer naiven Frische eingebüßt, ist die von Reinick (5. Aufl., Lpz. 1869) hervorzuheben. H.s Volksschriften: «Der rheinländ. Hausfreund, oder Neuer Kalender mit lehrreichen Nachrichten und lustigen Erzählungen » (Karlsr. 1808 —15 u. öfter), (Das Schatzkästlein des rheinländ. Hausfreundesv (Tüb. 1811; neueste Aufl., herausg. von Behaghel, Stuttg. 1883) und «Die biblischen Geschichten 5 (2 Bde., sud Muß Tüb. 1824; neue Aufl., Karlsr. 1873) sind Muster volkstümlicher Darstellung. Goethes in der „Jenaischen allgemeinen Litterarzeitungo mitgeteilte Rezension über die zweite Auflage der Allemannischen Gedichte trug viel dazu bei, H.s Namen berühmt zu machen. H.5 «Sämtliche Werkes sind wiederholt aufgelegt worden. Sein Leben beschrieb J. G. Schultheiß (Heidelb. 1831). Vgl. außerdem Becker, 4Festgabe zu H.s 100. Geburtstago (Bas. 1860), und Längin, Johann Peter H. Ein Lebensbildo (Karlsr. 1875); derselbe, Aus H.s ungedruckten Papierenv (Tauberbischofsheim 1882); „Briefe von H., herausgegeben von O. Behaghel » (Karlsr. 1883); B. Auerbach, &Schrift und Volk. Grundzüge der volkstümlichen Litteratur, angeschlossen an eine Charakteristik H.8» (Lpz. 1846).