Hechingen, Hauptort eines Oberamtsbezirks und gewerbreichste Stadt des preuß. Regierungsbezirks Sigmaringen oder der Hohenzollernschen Lande, bis 1850 Haupt⸗ und Residenzstadt des Fürstentums H., liegt links am steilen Thalrande der Starzel an der Linie Tübingen-Sigmaringen (Hohenzollernsche Bahn) der Württembergischen Staatsbahnen, 2 Em nördlich vom isolierten, 866 m hohen Kegelberge und Schloß Hohenzollern, der Stammburg des preuß. Königshauses. Der Ort ist Sitz eines Oberamts, eines Land⸗, eines Schwur-⸗ und eines Amtsgerichts, hat drei kath. Kirchen, eine kleine, sehr ach evang. Kirche (1855—-57 im Spitzbogensti nach Stülers Entwürfen auf königl. Kosten erbaut), sowie eine Synagoge und zählt (1880) 3687 meist kath. E. Ferner bestehen ein königl. Realprogymnasium, eine höhere Töchterschule, zwei Hospitäler, eine Baumwollwarenfabrik, Baumwollfärbereien und Trikotwebereien. Bemerkenswert sind der sehr alte Stadtturm, das um 1450 erbaute Rathaus und in der 1782 erbauten kath. Stadtpfarrkirche das in Erz gegossene Votivbild des Grafen Eitelfriedrich und lemer Gemahlin Margareta von Brandenburg, ein Werk Peter Vischers. In die dasige Badeanstalt wird das Wasser aus den 2 kmeentfernten, 1835 entdeckten salinischen Schwefelquellen von 8— 9 R. geleitet. An der Südseite der Stadt liegt die Villa Eugenia, fürstliches Schloß mit Garten und Gewächshäusern. — Der Oberamtsbezirk Hechingen zählt auf 236 qkm (1880) 21207 E. „Hechte (Esocidae) bilden jetzt unter den Fischin eine besondere Familie der Bauchweichflosser. Die hierher gehörigen Fische sind sehr gefräßig, leben vom Raube und haben einen kurzen Darmkanal ohne anhängende linddärme. Die Rückenflosse steht sehr weit nach hinten, meist gerade über der Afterflosse, und die Oberkinnlade wird vorn durch den Zwischenkiefer, hinten durch den Oberkiefer gebildet. Die Gattung H. (Esox) ist durch ache stumpfe Schnauze, kleine Zähne im Zwischenkiefer, große Hechelzähne im Gaumen und lange Zähne im Unterkiefer unterschieden. Aus dieser Gattung, von welcher es in Nordasien und Nordamerika noch viele Arten gibt, ist der gemeine H. (E. Lucius) im mittlern und nördl. Europa allgemein bekannt, in Spanien und Süditalien aber unbekannt; dagegen wird er noch in Nordasien und Nordamerika gefunden. Seine Gefräßigkeit, Kühnheit und Stärke weisen ihm unter unsern Raubfischen des süßen Wassers die erste Stelle an, denn er wird nicht allein allen mäßig großen Fischen gefährlich, sondern fällt 4. junge Schwimmvögel und Wasserratten an. Man fängt ihn meist mit Angeln oder harpuniert auch die großen H. bei Fackelschein. Sein Wachstum geht sehr schnell von statten; am Ende des ersten Jahres ist er bereits 26 em, im dritten Jahre 50 em und im zwölften Jahre über Im lang. Die größten H. werden jetzt in Südrußland, besonders in der Wolga, gefangen, wo sie nicht selten 1520 kg schwer sind. Auch soll der H. ein sehr hohes Alter erreichen können. Die Fruchtbarkeit des H. ist gleichfalls bedeutend; in einem achtpfündigen H. hat man 148 000 Cier gezählt. Zum Laichen geht er gern in seichte Bäche und Gräben (Grashecht). Da, wo der H. sehr häufig ist, wie in der Oder, Spree, Havel und an den deutschen Ostseeküsten, wird er auch eingesalzen (Salzhecht) und macht dann einen nicht unbedeutenden Handelsartikel aus. Fossile H. sind aus den tertiären Süßwasserkalken von Hningen bekannt.