FeedLermontow (Michail Jurjewitsch)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Lermontow (Michail Jurjewitsch), einer der größten russ. Dichter, ein Nachfolger Puschkins, geb. 15. Okt. 1814, erhielt seine Bildung teils auf der moskauer Universität, teils auf einer Militärschule in Petersburg, von wo er als Offizier in die Garde trat. Infolge eines Gedichts, das er auf den Tod Puschkins fertigte, wurde er 1837 aus Petersburg entfernt und nach dem Kaukasus geschickt. Im J. 1838 nach Petersburg zurückgekehrt, wurde er wegen eines Duells im April 1840 zum zweiten mal nach dem Kaukasus exiliert. Hier fiel er 27. Juli 1841, kaum 27 J. alt, in einem andern Duell. Mit ganzer Seele und Leidenschaft versenkte sich L. in die großartige Gebirgswelt des Kaukasus, die ihn zu seinen herrlichsten Gesängen begeisterte und die er mit einer Wahrheit, Kraft und Treue geschildert hat, wie kein Dichter vor ihm. L. gehört zu den rein subjektiven Dichtern. Auch da, wo er fremde Personen und Zustände schildert, tritt sein eigenes Denken und Empfinden überall hervor. Zu seinen besten Erzeugnissen gehören: 4Lied vom Zaren Iwan Wassiljewitsch', Der Dämono, „Die Gaben des Tereko, eine Menge vortrefflicher lyrischer Gedichte u. s. w. Sein in Prosa geschriebenes Werk „Der Held unserer Zeito (deutsch von Budberg, Berl. 1843) ist ein vielgelesener, in jeder Hinsicht ausgezeichneter Roman. Eine Gesamtausgabe seiner Werke mit Übersetzung veranstaltete Bodenstedt (Michail L.s poetischer Nachlaß », 2 Bde., Berl. 1852). Außerdem erschienen: eine Ausgabe mit Biographie (von A. Pypin) (Petersb. 187³) ausgewählte Schriften in der 4Russ. Bibliothek⸗ (Petersb. 1874; 2. Ausg. 1876); die letzte vollständigste Ausgabe in 2 Bänden (Petersb. 4880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 19Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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