Schewtschenko, auch Szewezenko geschrieben (Taras Grigorowitsch), kleinruss. Dichter und Maler, geb. 9. März (25. Febr.) 1814 im Dorfe Morinzy im Gouvernement Kiew als Sohn leibeigener Eltern. Auf Verwendung des Gutsherrn, eines Deutschen, Engelhardt, kam er nach Petersburg zu einem zünftigen Maler und absolvierte später durch die Gunst des Dichters Shukowskij und des Malers Brülow die dortige Kunstakademie. Im J. 1844 kehrte er in die Ukraine zurück, dichtete und malte. In einem Gedicht: Der Kaukasuso, besang er das traurige Schicksal eines Freundes, der wegen seiner Freisinnigkeit als gemeiner Soldat in den Kaukasus gesandt worden war und dort im Kampf mit den Tscherkessen umkam. Dies brachte ihm selbst ein gleiches Schicksal; er ward 1847 verhaftet und als gemeiner Soldat nach Orenburg, später nach Nowo-Petrowsk gesandt. Erst 1857 amnestiert, kehrte er nach Petersburg zurück, starb aber daselbst schon 10. März (26. Febr.) 1861, und ist unweit Tschigirin in der Ukraine begraben. S. ist der bedeutendste ukrainische Dichter: er ist echt national, aber bei ihm verbindet sich die nationale Idee mit der Idee der Humanität und Zolluns auch gesamtslaw. Anklänge im Geiste ollars finden sich bei ihm vor (das Gedicht Johann Hußo, „Die Botschaft an Schafariko). Sein Hauptwerk ist der Kobzary (so hießen die ukrainischen Barden), eine Sammlung lyrischepischer Dichtungen über heimatliche Stoffe, die zuerst w1840, später oftmals vermehrt erschienen. Dem folgten Die Haidamakeno, verschiedene einzelne Dichtungen, darunter auch ein Drama, eine Denkschrift über Südrußlando (1857). Neben verschiedenen russ. und poln. Arbeiten über S. vgl. im Deutschen: Obrist, T. G. Szewezenkov (Czernowitz 1870), mit Übersetzungsproben.