FeedLetalität
HeilkundeBrockhaus 1882

Letalität (etalitas) oder Tödlichkeit ist ein Ausdruck, welcher besonders in der gerichtlichen Medizin bei Beurteilung von Körperverletzungen und Vergiftungen gebraucht wird. Da die Entscheidung über ein Verbrechen zum großen Teil von dem Erfolg desselben abhängt, so ist es für den Richter von der größten Wichtigkeit, zu wissen, inwieweit eine Verletzung an einem toten Körper als Ursache des Todes desselben zu betrachten ist. Das Gesetz verlangt daher häufig vom Gerichtsarzt die Beantwortung der Frage, ob eine Verletzung tödlich oder nicht tödlich gewesen, und die Beantwortung derselben erfordert eine genaue Untersuchung des vorliegenden Falls. Man unterscheidet eine absolute und eine relative L. Absolut tödlich ist eine Verletzung, die an sich den Tod herbeiführt (wie ein Schuß in den Kopf, die Eröffnung eines großen Blutgefäßes); relativ tödlich, wenn die Verletzung, an sich leicht, nur durch Zusammentreffen anderer Umstände den Tod bedingt. Ein Trunkenbold mit leicht zerreißbaren Gefäßen kann z. B. durch einen leichten Schlag an den Kopf getötet werden, während dieser Schlag einen Gesunden kaum verletzt; eine leichte Wunde kann durch Verblutung töten, wenn kein Arzt zur Hand ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 30Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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