Moreles (Dent de), s. unter Dent. Mord (homicidium praemeditatum) ist nach der Begriffsbestimmung des Deutschen Strafgesetzbuchs: die vorsätzliche, mit überlegung ausgeführte Tötung eines Menschen. Das röm. Recht kannte, ohne nähere Unterscheidung, nur vorsätzliche Tötungen zum Unterschied von fahrlässigen. Erst im deutschen Recht bildete sich, ursprünglich im Hinblick auf heimliche Tötung (mit Verbergung der Leiche) der Begriff des M. als eines schweren Verbrechens im Unterschied von Totschlag (engl. mauslaughter). An diese überlieferung anknüpfend, bestimmte die Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532 den Totschlag als die im Affekt (Zorn und Jachheito) bewirkte vorsätzliche Tötung. Während auf diese die einfache, anständige Todesstrafe durch das Schwert gesetzt wurde, versiel der Mörder der Strafe des Räderns, die für gewisse schwere Mordthaten (3. B. Verwandtenmord) noch weiter geschärft werden konnte. Nachdem für Tots chlag die Todesstrafe inzwischen beseitigt worden ist, bleibt für M. nur die einfache Todesstrafe in denjenigen Ländern, welche diese Strafart überhaupt beibehalten haben, wie im Deutschen Reiche nach §. 211 des Strafgesetzbuchs. Die Todesstrafe kommt in Wegfall, wenn der Getötete auf sein eigenes ausdrückliches Verlangen ums Leben gebracht wurde. Der Mordversuch gegen den Kaiser, gegen den eigenen Landesherrn und gegen den Landesherrn, in dessen Gebiet ein Nichtunterthan als Thäter sich befindet, werden unter dem Titel des Hochverrats gleichfalls mit dem Tode bestraft (§. S0 des Deutschen Strafgesetzbuchs). Sehr verschieden vom deutschen Recht und weit ausgedehnter ist der Begriff des M. in England. Wie die Todesstrafe für den M., so ist neuerdings auch die Begriffsbestimmung des t. deswegen angefochten, weil alberlegungs und «Affekto keinerlei scharfen Gegensatz in sich schließen, vielmehr auch Tötungen oft vorkommen, in denen sowohl mit Affekt als mit Überlegung gehandelt wird. (S. Kindesmord.) Vgl. von Holtzendorff, „Das Verbrechen des M. und die Todesstrafev (Berl. 1875); derselbe, Die Psychologie des M.y (Berl. 1875); Allfeld, Die Entwickelung des Begriffes M. bis zur Carolina (Erlangen 1877).